Heinrich der Erlauchte

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Heinrich der Erlauchte
Heinrich der Erlauchte

Heinrich III. (* 21. Mai/23. September 1218; † 2. Februar 1288 in Dresden), genannt der Erlauchte, jüngster Sohn von Dietrich dem Bedrängten und Jutta von Thüringen, war Markgraf von Meißen und der Lausitz, Landgraf von Thüringen und Pfalzgraf von Sachsen. Unter ihm entwickelte sich Dresden zur zwischenzeitlichen Residenzstadt.

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Nachdem seine älteren Brüder eine geistliche Laufbahn eingeschlagen hatten, folgte Heinrich seinem Vater 1221 unter Vormundschaft seines Oheims, des Landgrafen Ludwig des Frommen von Thüringen, nach dessen Tode 1227 unter der Herzog Albrechts von Sachsen. Schon 1230 für mündig erklärt, vermählte er sich 1234 mit Constantia von Österreich. Ihr verdankt Dresden die Kreuzkirche - zumindest dem Namen nach. Sie brachte bei der Eheschließung am 1. Mai als Mitgift eine Reliquie nach Dresden, einen angeblichen Holzsplitter vom Kreuze Christi, nach dem zuerst eine Seitenkapelle der ursprünglichen Nicolaikirche und später die ganze Kirche benannt wurde.

Heinrich beteiligte sich 1237 an dem Kreuzzug gegen die Pruzzen, geriet bald danach mit den Markgrafen von Brandenburg in Fehde und stand auf der Seite des Kaisers gegen den Papst. Zum Dank dafür erteilte ihm Kaiser Friedrich II. 1242 eine Eventualbelehnung mit Thüringen und der Pfalz Sachsen und verlobte 1243 seine Tochter Margaretha von Staufen mit Heinrichs Sohn Albrecht; erst nach Konrads IV. Abzug aus Deutschland erkannte Heinrich dessen Gegenkönig Wilhelm von Holland an. Sein Recht auf Thüringen konnte er nach Heinrich Raspes Tod 1247 nur mit dem Schwert behaupten. Nach langwierigem Krieg trat er Hessen an Heinrich, das Kind von Brabant, ab und behielt Thüringen und die Pfalz Sachsen.

Die Erwerbungen unter Heinrich dem Erlauchten vergrößerten den wettinischen Länderbesitz, der jetzt von der Oder bis zur Werra, vom Erzgebirge bis zum Harz reichte, wesentlich. Heinrich gehörte zu den mächtigsten deutschen Fürsten überhaupt. Nachdem er seine Söhne Dietrich und Albrecht schon zuvor an der Macht beteiligt hatte, teilte er um 1865 das Land zwischen ihnen auf und behielt nur noch die Mark Meißen und die Mark Lausitz.

Heinrichs Regierungszeit war gekennzeichnet durch eine Vielzahl von Reformen in der Verwaltung und Gerichtsbarkeit sowie die Durchsetzung der markgräflichen Vorherrschaft gegen die Bistümer. 1256 hatte Heinrich Seußlitz erworben, wo er 1267 ein Klarissenkloster stiftete. 1265 erließ er die erste "Judenordnung", 1268 schenkte er das Maternispital der Markgräfin Helena, Gemahlin seines Sohnes Dietrich von Landsberg.

Heinrich war ein tapferer, gerechter, kunstsinniger, freigebiger und prachtliebender Fürst, zählte auch zu den Minnesängern. Häusliche Zwistigkeiten, hervorgerufen durch die Unwürdigkeit seines Sohnes Albrecht, trübten seine späteren Jahre und machten schließlich das zunichte, was er aufgebaut hatte. Er war in zweiter Ehe vermählt mit Agnes von Böhmen, in dritter mit der Ministerialin Elisabeth von Maltitz, die ihm Friedrich den Kleinen und Hermann gebar. Friedrich erhielt von seinem Vater 1279 die Dresdner Heide, die damit erstmals urkundlich erwähnt wurde, und 1287 als Erbteil Dresden, Radeberg und Tharandt.

Heinrich der Erlauchte wurde in Altzella beigesetzt. Sein Sohn Albrecht der Entartete folgte ihm in der Markgrafschaft von Meißen. Robert Diez schuf eine Statue, die sich in der Skulpturensammlung befindet.[1]

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Skulptur von Robert Diez

[Bearbeiten] Weblinks

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