Heinrich Cotta

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Büste von Ernst Rietschel
Cotta-Club in Tharandt
Straßenschild in Dresden

Heinrich Cotta (* 30. Oktober 1763 in Klein-Zillbach; † 25. Oktober 1844 in Tharandt) war ein Forstwissenschaftler und Gründer der Forstakademie Tharandt.

Cotta wurde als Sohn eines Unterförster in Klein-Zillbach bei Eisenach geboren. Nachdem ihn sein Vater mit dem Forstwesen vertraut gemacht, besuchte er von 1784 bis 1785 die Universität Jena und wurde nach der Rückkehr von einigen Reisen Unterförster in seinem Geburtsort. Er wurde zum Forstmeister befördert und als Mitglied des in Eisenach neugegründeten Forstkollegiums aufgenommen. Hier errichtete er eine Forstlehranstalt.

Am 12. Dezember 1810 kam Cotta nach Dresden als Direktor der Forstvermessung und Taxation. 1811 verlegte er die Einrichtung nach Tharandt, wo er am 24. Mai sein privates Forstlehrinstitut eröffnete. Nachdem das Institut als Kriegsfolge in finanzielle Schwierigkeiten geraten war, bemühte sich Cotta erfolgreich um eine staatliche Trägerschaft. Die Einrichtung wurde am 12. März eine staatliche Anstalt und am 17. Juni 1816 als Königlich-Sächsische Forstakademie im Range einer Fachhochschule eröffnet. Ab dem 10. April 1830 gehörte eine landwirtschaftliche Lehranstalt zu ihr, die 40 Jahre bestand. Durchschnittlich 50 Studenten pro Semester belegten zu Cottas Zeiten die Forstwissenschaften.

Unter Cotta erlangte die sächsische Forstwissenschaft Weltgeltung und wurde zum Vorbild für viele Staaten. Dies geschah vor dem Hintergrund, dass gerade in Sachsen die Notwendigkeit eines effizienten Waldbaus bestand. Mehrere Kriege im 18. Jahrhundert und der Holzbedarf im Erzbergbau und in der sächsischen Industrie hatten einen Raubbau an den heimischen Wäldern bewirkt. Friedrich August der Gerechte erkannte die Bedeutung einer systematischen und von wissenschaftlichen Gesichtspunkten geleiteten Aufforstung. Der Holzmangel wurde so zum "Geburtshelfer" einer Wissenschaftsdisziplin, die gerade in Sachsen Weltgeltung erlangte. Die Dresdner Heide legt noch heute Zeugnis ab, wie Cotta die Wälder mit einem Schneisensystem systematisch umgestaltete, um sie wirtschaftlich besser nutzen zu können. Er ist aber auch der Begründer einer nachhaltigen Bewirtschaftung des Waldes und war sich stets der Verantwortung für nachkommende Generationen bewusst.

Cotta leitete die Akademie über 30 Jahre und prägte sie entscheidend. Unter seiner Leitung hatte die Forstakademie eine Direktorialverfassung erhalten, die bis 1904 gültig blieb. Ihm folgten Freiherr von Berg, Johann Friedrich Judeich und Max Neumeister. Ihr Wirken im Sinne von Cotta wurde 1904 mit der Erhebung der Akademie in den Rang einer Hochschule gewürdigt. Seit 1929 ist sie Bestandteil der Dresdner Universität.

Cotta war in Dresden Mitglied der Wissenschaftsgesellschaft FLORA und der Ökonomischen Gesellschaft im Königreiche Sachsen [1] sowie korrespondierendes Mitglied der Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. Die Heinrich-Cotta-Straße am Weißen Hirsch trägt seinen Namen.

[Bearbeiten] Familie

Heinrich Cotta war der Sohn von Nicolaus Heinrich Cotta (1730-1796), erster bürgerlicher Forstmeister in weimarischen Diensten, und Ursula Elisabeth geb. Erbe (1739-1802), Tochter eines Gutspächters. Am 12. Mai 1795 heiratete Cotta in Kaltennordheim Christiane geb. Ortmann (1764-1819), eine Schwägerin des Direktors der Forstschule Eisenach. Das Paar hatte eine Tochter und fünf Söhne. Die beiden ältesten Söhne, Friedrich Wilhelm von Cotta (1796-1874) und Friedrich August von Cotta (1799-1860), blieben ebenfalls im Tharandter Forstwesen tätig, Karl Eduard Cotta (1803-1872) wurde Jurist und Carl Bernhard von Cotta (1808-1879) ein bekannter Geologe.[2]

[Bearbeiten] Schriften

[Bearbeiten] Quellen

  1. Schriften und Verhandlungen der ökonomischen Gesellschaft im Königreiche Sachsen, Band 1, Walther, 1818.
  2. Stammbaum Heinrich Cotta auf Eine Große Familie - Ihr Stammbaum im Internet

[Bearbeiten] Weblinks

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