Harry Gravelius

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Harry Gravelius (* 22. Mai 1861 in Frankfurt a.M.; † 7. Februar 1938 in Dresden) war ein Wasserwirtschaftler, Geograph und Klimatologe.

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Harry (Heinrich) Jacob Gravelius legte in seiner Geburtsstadt Frankfurt 1880 das Abitur ab. Danach studierte er in Göttingen und Berlin Astronomie und Mathematik. Gravelius lebte einige Zeit als Privatgelehrter und veröffentlichte 1892 seine populären Plaudergänge im Weltall. Nach seiner Promotion in Marburg im Jahre 1893 zur Anwendung der elliptischen Funktionen bei Berechnung absoluter Störungen arbeitete er beim Preußischen Wasserausschuss.

1897 kam Gravelius nach Dresden, wo er sich an der TH mit der Arbeit Hochwasserstudium an der Wolga habilitierte. 1899 wurde er zum außerordentlichen Professor für Wasserwirtschaft und Gewässerkunde berufen. Als erste deutsche Hochschule bot die TH jetzt eine Vorlesung zur Hydrologie an.[1] Leonhard Lier gewann Gravelius 1902, um im Dresdner Anzeiger erstmals für Dresden zeitnahe Wettervorhersagen anzubieten.[2] Er übernahm dafür die Leitung der vom Dresdner Anzeiger betriebenen städtischen Wetterwarte in der Reißigerstraße 11.[3] 1904 übernahm Gravelius in der Nachfolge des verstorbenen Sophus Ruge auch die Professur der Geographie und er leitete die geographischen Sammlungen an der TH. Er wohnte zu jener Zeit Reißigerstraße 13.[4] Als ordentlicher Professor ab 1914 vertrat Gravelius auch Klimatologie und Meteorologie. In jenem Jahr erschien zudem sein grundlegendes Werk Grundriss der gesamten Gewässerkunde in vier Bänden.

Von 1922 bis 1923 wirkte Gravelius als Rektor der Technischen Hochschule. Er lehrte bis 1929 an der TH. Gravelius war Mitglied der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft ISIS, im Verein für Erdkunde [5] und in der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte.[6] Für die Ökonomische Gesellschaft im Königreiche Sachsen untersuchte er Pflichten der Meteorologie in Bezug auf die Landwirthschaft. Von 1919 bis 1924 leitete Gravelius die Dresdner Abteilung der deutschen Kolonialgesellschaft.[7]

Gravelius und seine Ehefrau Ida hatten eine Tochter Erna. Sie war mit dem Schriftsteller Gottfried Fischer-Gravelius verheiratet.[8] Gravelius fand auf dem Urnenhain Tolkewitz die letzte Ruhe.

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Webseite der Fachrichtung Hydrowissenschaften der TU Dresden
  2. Frank Fiedler, Uwe Fiedler: Lebensbilder aus der Oberlausitz, Books on Demand, 6. Aufl., 2014, S. 135
  3. Paul Schumann & Friedrich Kummer: Dresden und das Elbgelände. Verlag des Vereins zur Förderung Dresdens und des Fremdenverkehrs, 1918
  4. Adressbuch der Stadt Dresden, 1904
  5. Mitteilungen des Vereins für Erdkunde zu Dresden, 1910
  6. Verhandlungen der Gesellschaft deutscher Naturforscher und Ärzte, Band 78, 1907
  7. Deutsche Kolonialgesellschaft, Abteilung Dresden
  8. Eintrag in der Deutschen Nationalbibliothek

[Bearbeiten] Weblinks

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