Gustav Richard Martin

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Gustav Richard Martin, undatierte Aufnahme
Wohnhaus Familie Martin, Tichatscheckstraße 14
Grabstätte Familie Martin auf dem Markusfriedhof

Gustav Richard Martin war ein Baumeister, der im Dresdner Nordwesten lebte und wirkte.

Das Innungsmitglied der Dresdner Baumeister Gustav Richard Martin, am 23. Januar 1863 in Meerane geboren, hatte Anfang der 1890er Jahre in der Vorortgemeinde Pieschen (wohnhaft Moltkestraße 2a; die 1892 nach dem preußischen Generalfeldmarschall und Heerführer Helmuth Karl Bernhard Graf von Moltke benannte Moltkestraße trägt seit dem 1. Juli 1946 den Namen des Antifaschisten Robert Matzke) eine kleine Baugewerke-Firma gegründet, die er 1898/99 im Zusammenhang mit seinem Umzug ins eigene Wohnhaus auf die Gartenstraße 5 in Mickten verlegte. Seit der Eingemeindung Micktens nach Dresden (1903) trägt die Gartenstraße den Namen Tichatscheckstraße und das mehrstöckige Haus die Nummer 14. Im Geschäftsjahr 1896/97 war Gustav Richard Martin stellvertretender Schriftführer des „Königlich-Sächsischen Militär-Vereins“ Pieschen und von 1900 bis 1902 Mitglied des Micktner Gemeinderates.

In den Jahren ihres Bestehens errichtete die Firma Martin im Dresdner Nordwesten neben Schulhäusern (u.a. Aufstockung der ersten Trachauer Schule 1893, Schulturnhalle in Dresden-Übigau 1899, Schulhaus und Turnhalle der 41. Volksschule in Dresden-Mickten 1898/99) und mehrgeschossigen Wohnhäusern (z. B. Alttrachau 48) auch Gesellschaftsbauten.

So konnte am 2. Oktober 1898 die Bauherrin des heutigen „Ballhaus Watzke“, Frau Wilhelmine Watzke, aus den Händen des Baumeisters Gustav Richard Martin den Schlüssel für das neue „Balletablissement“ entgegennehmen, das seine Firma nach dem Entwurf des Architekten Benno Hübel (18761926) in nur fünf Monaten an der Stelle des alten, ländlichen Restaurants errichtet hatte.

Auch der Saalneubau sowie diverse An- und Umbauten, die der damalige Grundstückseigentümer und Gastwirt Heinrich August Werner zwischen 1895 und 1898 am Trachauer Gasthof „Zum Goldenen Lamm“, heute Sitz der Freien evangelischen Gemeinde Dresden, vornehmen ließ und die das Gebäude im Wesentlichen zu dem machte, wie es sich uns heute noch zeigt, wurden von der Baufirma Martin ausgeführt.

Baumeister Gustav Richard Martin, beeideter Grundstücksschätzer sowie Sachverständiger für das Amtsgericht Dresden und Bruder der gerechten und vollkommenen St. Johannis Freimaurerloge „Zu den ehernen Säulen“ in Dresden, starb am 6. Oktober 1935. Er wurde an der Seite seiner Ehefrau Maria Selma, geb. Burkhardt (18651911) auf dem Markusfriedhof in Dresden-Pieschen beigesetzt. Die Grabstätte im Jugendstil gehört zu den denkmalgeschützten Bauwerken auf Dresdner Friedhöfen.

[Bearbeiten] Bauwerke von Gustav Richard Martin

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