Gustav Ludwig Preußer

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Gustav Ludwig Preußer (ganz rechts stehend) als Mitglied des Direktoriums der Leipzig- Dresdner Eisenbahn-Compagnie

Gustav Ludwig Preußer, tweilweise auch Gustav Louis Preußer, bzw. Preusser (* 1796; † 1860) war ein sächsischer Kaufmann sowie Mitglied der Diektorien des Leipziger Gewandhauses, der Leipzig-Dresdner Eisenbahn-Compagnie und des Konservatoriums der Musik, der heutigen Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig. Preußer war Rittergutsbesitzer von Lockwitz, wo er sich in seinem Lebensabend niederließ.

[Bearbeiten] Familie

Gustav L. Preußer entstammte aus der angesehenen, bedeutenden und bis in das 15. Jahrhundert zurück verfolgbaren Kaufmannsfamilie Preußeraus Leipzig, die bis in das 17. Jahrhundert noch dem Leipziger Rat angehörte. Die Stammfolge geht auf den Leipziger Ratsherr Hans Preußer († 1457) zurück.[1]

Gustav Preußer war zweimal verheiratet. Aus seiner ersten Ehe brachte Gustav seine Tochter:

in seine 1834 geschlossene zweite Ehe mit Emma geb. von Gutschmid (1817–nach 1895), Tochter von Wilhelmine und Alexander von Gutschmid, ein. Gustav und Emma Preußer pflegten einen intensiven und freundschaftlichen Kontakt zu dem Musiker Robert Schumann und dessen Ehefrau Clara geb. Wieck. Das Musikerpaar war mehrmals bei Preußers zu Besuch.

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Gustav Preußer war als Kauf- und Handelsmann in allen großen sächsischen Stadten, so z.B. in Dresden, Leipzig und Chemnitz tätig. Neben seinen Tätigkeiten in Banken, Konsortien und Betrieben betätigte er sich auch viel auf künstlerischem Gebiet, so u.a. in der Leipziger Liedertafel, der er seit 1834 angehörte und im Direktorium des Gewandhauses.[2] Preußer besaß in Chemnitz das Baumwollgeschäft "Preußer & Comp.", das direkt am Mark im Haus Nr. 17 untergebracht war.[3] In Dresden hatte er ein Geschäft in der Großen Meißner Gasse 35 in der Dresdner Neustadt.[4]

Preußer war seit dem 18. September 1838 einer der zwanzig Ausschussmitglieder bei der Gründung der Leipziger Bank unter den sechs Direktoren: Edmund Becker, Gustav Moritz Clauß, Gustav Harkort, Karl Junghanns, Heinrich Poppe und Heinrich Wilhelm Schmidt.[5] Am 22. April 1840 wurde Preußer zu einem von vier Ausschussmitgliedern der 3. Generalversammlung der Leipziger Bank gewählt.[6]

Seit 1844 gehörte Preußer auch neben dem Leipziger Gewandhauskapellmeister Felix Mendelssohn Bartholdy, mit dem er auch lange und intensiv korrespondierte,[7] dem Konservatorium der Musik in Leipzig an.[8] Er übernahm im Konservatorium die Stelle des Kassierers ein und übte das Amt bis 1856 aus.

Nach dem Tod von Ferdinand Ludwig Preußer zog Gustav Preußer mit seiner Frau Emma 1856 nach Lockwitz, wo er nach dem Tod seines Freundes Robert Schumann seinen Lebensabend im dortigen Schloss verbrachte.

[Bearbeiten] Wirken bei der Leipzig-Dresdner Eisenbahn

Gustav Preußer war als Kauf- und Handelsherr einer der vielen interessierten Bürger für eine Eisenbahn in Sachsen. Wie viele seiner Berufskollegen versprach er sich von Eisenbahnverbindungen einen Aufschwung für sein Geschäft und damit verbunden mehr Gewinn. Folgerichtig unterstützte Preußer am 17. März 1834 mit einer Petition die diskutierte Fernbahn zwischen Leipzig und Dresden und wurde neben den G. Frege und H.W. Schmidt einer der Mitglieder des zwölfköpfigen Eisenbahnkommitees, dass sich für den Bau einer Eisenbahngesellschaft konstituierte und am 3. April 1834 erstmals in Leipzig tagte.

Nachdem am 6. Mai 1835 ein Ministerialdekret den Bau der Leipzig-Dresdner Eisenbahn genehmigte und sich am 5. Juni desgleichen Jahres die erste Generalversammlung der Leipzig-Dresdner Eisenbahn-Compagnie konstituerte, wurde Preußer am 15. Juni 1835 auf dieser Versammlung neben Gustav Harkort (Vorsitzender), Dr. Wilhelm Crusius (Stellvertretender Vorsitzender), Albert Dufour-Feronce und Dr. Robert Vollsack zu einem der fünf Direktoren der Eisenbahn gewählt. Noch 1852 ist er Mitglied im Direktorium des ersten privaten Eisenbahnunternehmens in Sachsen - zu dieser Zeit allerdings nur noch als Stellvertreter eines ständigen Mitglieds.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Preußer im Leipzig-Lexikon
  2. Leipziger Stadtgeschichte: Jahrbuch 2011, herausgegeben von Markus Cottin, Detlef Döring, Gerald Kolditz, Onlinevorschau auf Google Books, Sax-Verlag, ISBN 978-3-86729-102-6, S. 121
  3. Chemnitzer Adreßbuch für 1847, Seite 105 auf adressbuecher.genealogy.net
  4. Dresdner Adress-Kalender 1831, Seite 208 auf adressbuecher.genealogy.net
  5. Allgemeine Zeitung, 1838, Onlinevorschau auf Google Books, S. 2042
  6. Allgemeine Zeitung München, Johann Friedrich von Cotta, Onlineausgabe auf Google Books S. 662f.
  7. Mendelssohn and the Organ, Wm. A. Little Prof. Emeritus of German and Music University of Virginia, Onlinevorschau auf Google Books, Oxford University Press, 2010, engl., S. 425
  8. Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig”

[Bearbeiten] Quellen

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