Gregor Heimburg

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Dr. jur. Gregor Heimburg, auch Gregorius Heymburgk bzw. Heyburgk, latein. auch Gregorius Heimburgensis (* um 1400 in Schweinfurt; † August 1472 in Dresden) war ein deutscher Jurist, Staatsmann sowie Hofbeamter und gilt als ein Wegbereiter der späteren Reformation.

[Bearbeiten] Familie

Gregor Heimburg entstammte einer bürgerlichen Familie in Schweinfurt. Sein Vater, Hans Heymburgk († nach 1427), war zwischen 1399 und 1427 mehrmals Bürgermeister zu Schweinfurt sowie Gesandter zum Konstanzer Konzil.

Gregor Heimburg heiratete Christina Lorber und hatte mit ihr einen Sohn Jakob und drei Töchter, u. a. Christina und Dorothea.

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Gregor Heimburg, der Rechtswissenschaften studierte, erlangte beide juristischen Doktortitel und wurde „Doktor beyder Rechte“, d. h. Jurist im sogenannten weltlichen Recht sowie auch für das kanonische Kirchenrecht.

Als Gesandter des Erzbischofs von Mainz führte er 1432 auf dem Basler Konzil das Wort für die deutschen Fürsten und vertrat vehement die Position der sieben Kurfürsten gegen das römische Papsttum. Ab 1433 war er Syndikus von Nürnberg und wurde auch in der Folge von den deutschen Fürsten mehrfach als Diplomat mit wichtigen politischen Aufträgen betraut. Als Gesandter des Erzherzogs Albrecht von Österreich geriet er 1459 auf dem Kongress zu Mantua in Konflikt mit Papst Pius II. und wurde von diesem mit dem Kirchenbann belegt. Nachdem sich Albrecht 1464 mit dem Papst wieder ausgesöhnt hatte, begab sich Heimburg in den Schutz des böhmischen Königs Georg Podiebrad.

Als der böhmische König starb, wurde Heimburg in der Folge von dessen Schwiegersohn, Herzog Albrecht dem Beherzten, zu Dresden aufgenommen, wo er am 9. August 1471 auf der Elbe mit einem Boot eintraf. Die Dresdner Geistlichkeit protestierte bei Herzog Albrecht, verweigerte den Gottesdienst in den Dresdner Kirchen wegen dem trotz Kirchenbann vom Fürstenhof aufgenommenen Heimburg, so dass der Herzog ihn bereits am nächsten Morgen heimlich nach Tharandt bringen ließ[1].

Auf Bitten der sächsischen Fürsten erteilte schließlich Papst Sixtus IV. dem Bischof von Meißen die Vollmacht, Heimburg vom Kirchenbann loszusprechen. Die feierliche Absolution des vorher Geächteten erfolgte in Dresden am 19. März 1472 in Gegenwart des sächsischen Kurfürsten Ernst und des Herzogs Albrecht. Im August 1472 erkrankte Gregor Heimburg bei einem Besuch des mit ihm befreundeten Meißner Landvogts Nikolaus von Köckeritz auf dem Schloss Wehlen schwer, wurde zwar umgehend nach Dresden verbracht, wo er aber kurz darauf verstarb.

Nach seinem Tod wurde Heimburg in der Dresdner Barfüßerkirche, dem Vorgängerbau der späteren Sophienkirche begraben. Gelegentlich wird als Begräbnisstätte die Dresdner Kreuzkirche angegeben. Jedoch gab es im Dresdner Stadtarchiv ein Originaldokument des Dresdner Notars Stephan Haneman vom 14. Juni 1599, worin dieser die noch vorhandenen Leichensteine aus der alten Barfüßerkirche katalogisiert hatte. Unter der Nummer 33 findet man den Eintrag:

„Uff diesen Stein hat man gelesen, Anno 1472 ist verschieden Doctor Gregorius Heyburgk“

[Bearbeiten] Quellen

  1. Martin Bernhard Lindau: Geschichte der königlichen Haupt- und Residenzstadt Dresden. 2. verbesserte Auflage, Dresden 1885 , Digitalisat

[Bearbeiten] Weblinks

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