Fritz-Meinhardt-Straße

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Straßenschild
Stolpersteinverlegung am 29. September 2015

Die Fritz-Meinhardt-Straße ist eine der längsten Straßen in Nickern. Sie trennt Alt- von Neunickern und war bis zum Neubau der Tschirnhausstraße die Staatsstraße S191. Sie beginnt an der Dohnaer Straße in Prohlis, führt über Kauscha – wo sie immer noch den gleichen Namen trägt – bis nach Goppeln, wo sie Hauptstraße heißt.

Ursprünglich hieß diese Straße auf der Nickerner Flur Büttigstraße und erinnerte an den früheren Staatsrat Wilhelm August Büttig (18091879) und dessen Neffen Ernst Leberecht Büttig (*1837), der das Vermächtnis seines Onkels im Testament erfüllte und 1883/84 die erste Dorfschule von Nickern in dieser Straße im Haus Nummer 48 erbauen ließen. Bis dahin mussten die Nickerner Kinder in die Schule nach Lockwitz gehen. Heute befindet sich in dem Gebäude eine Kindertagesstätte.

Die durch Nickern führende Straße wurde nach 1947 umbenannt nach dem Lockwitzer Kommunisten und Widerstandskämpfer jüdischer Abstammung, Fritz Meinhardt (18991943), der 1927 in die KPD eingetreten war, sich aktiv in Lockwitz in der kommunistischen Ortsgruppe betätigte und 1943 im Gefängnis starb. Er wohnte in der damaligen Büttigstraße 22 im Erdgeschoss. Am 29. September 2015 wurde im Beisein von Angehörigen der heute teilweise in Israel lebenden Familie Meinhardt ein Stolperstein für Fritz Meinhardt durch Gunter Demnig vor der Hausnummer 22 verlegt.

1990/91 gab es Bestrebungen, die Fritz-Meinhardt-Straße aufgrund der kommunistischen Vergangenheit von Fritz Meinhardt wieder zurück in Büttigstraße zu benennen, teilweise aus Unkenntnis des historischen Hintergrundes. Der Streit konnte dadurch beigelegt werden, dass eine kleine, neu errichtete Nebenstraße, die von der Fritz-Meinhardt-Straße in ein Neubaugebiet mit Eigenheimen abzweigte, den Namen „Büttigstraße“ erhielt.

Mit der Eingemeindung von Kauscha 1999 wurde die Fritz-Meinhardt-Straße in diesen Stadtteil verlängert. Vorher war es dort die Dresdner Straße.

[Bearbeiten] Adressen (Auswahl)

[Bearbeiten] Quellen

Lockwitz-Nickern, Chronik zur 700-Jahr-Feier beider Ortsteile (1288–1988), Jürgen Schillbach, Werner Schulze & Frank Knizek, Dresden 1988, S. 17

[Bearbeiten] Weblinks

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