Friedrich Wieck

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Friedrich Wieck
Das Friedrich-Wieck-Haus
Relief auf dem Grabstein auf dem Trinitatisfriedhof

Friedrich Wieck (* 18. August 1785 in Pretzsch; † 6. Oktober 1873 in Loschwitz) war ein Musikpädagoge in Leipzig und Dresden.

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Wieck zeigte schon früh eine große Neigung zur Musik, eine Begeisterung, die aber die finanziellen Möglichkeiten seiner Eltern überstieg. Die Unterstützung wohltätiger Freunde ermöglichte ihm, zunächst die Thomasschule Leipzig und dann das Gymnasium zu Torgau zu besuchen. Danach bezog er 1803 die Universität Wittenberg, um Theologie zu studieren.

In Wittenberg musizierte Wieck mit seinen Mitstudenten. Er spielte Harfe, Klavier, Violine, Horn und Kontrabass. Die Theologie vernachlässigte er, was sich in seinem Abschlusszeugnis liest: "daß er sich zuviel mit der arte musica beschäftigt habe". Auf dem Klavier erhielt er damals Lektionen von dem in Torgau lebenden und durch eine Klavierschule bekannten Musikdirektor Johann Peter Milchmayer. Es war Wiecks einziger Musikunterricht in seinem Leben.

Nach dem Studium ging Wieck nach Dresden, um sich von Oberhofprediger Franz Volkmar Reinhard als Kandidat der Theologie prüfen zu lassen. Da sich aber nicht sofort eine Anstellung fand, ging er als Hauslehrer zu Baron v. Seckendorf auf Zingst in der Nähe von Querfurt. Hier erhielt seine Vorliebe für die Musik neuen Auftrieb durch die Bekanntschaft mit dem bei Seckendorf engagierten Musiklehrer Adolf Bargiel. Zusammen flohen sie bei Nacht und Nebel und fanden Aufnahme beim Superintendenten in Querfurt. Nach mehrmonatigem Aufenthalt nahm Wieck abermals eine Stelle als Hauslehrer in Bielitz bei Bautzen an.

Um seine angeschlagene Gesundheit zu kurieren, wandte sich Wieck um 1815 nach Leipzig an Samuel Hahnemann. In Leipzig etablierte Wieck ein Leihinstitut für Musikalien und Pianofortes und erteilte außerdem Klavierunterricht. Er unterrichtete zunächst nach dem Logier'schen System, das er jedoch im Laufe der Jahre mit einer eigenen, auf rationelle Anschauung begründeten und durch seine Beobachtungsgabe stetig vervollkommneten Methode ersetzte. Wiecks Methode bestand in einer natürlichen Haltung der Hand, in der Ausbildung des Handgelenks und in von ihm erfundenen sehr einfachen Fingerübungen sowie einer nach und nach sich an Kraft steigernden Fingergelenkigkeit. Seine wichtigste Schülerin war seine Tochter Clara Schumann, mit der er ausgedehnte Konzertreisen unternahm. Aber auch Robert Schumann und Woldemar Heller, ein Bruder von Robert Heller, erhielten von ihm Unterricht.[1] In seinen eigenen Kompositionen versuchte Wieck, Carl Maria von Weber nachzueifern.

Ostern 1840 verließ Wieck Leipzig, um nach Dresden überzusiedeln, wo er als ausgezeichneter Klavierlehrer und auch als Gesanglehrer bis 1873 wirkte. Für den Gesangunterricht ließ er sich von Johann Aloys Miksch ausbilden. Weil sich Wieck mit Clara zerstritten hatte, konzentrierte er sich auf die Karriere seiner jüngeren Tochter, Maria Wieck. Weitere bekannte Schüler waren Hans von Bülow, Gustav Adolf Merkel und Friedrich Bernhard Rollfuß.

Das Friedrich-Wieck-Haus war seinerzeit ein gesellschaftliches Zentrum Dresdens. Friedrich Wieck gehörte zudem zu den Initiatoren des Literarischen Museums.[2] Bis zu seinem Tod lebte die Familie in der Friedrich-Wieck-Straße 10.[3] Wieck fand auf dem Trinitatisfriedhof die letzte Ruhe.

[Bearbeiten] Familie

Friedrich Wieck war der Sohn eines Kaufmanns, beide Elternteile entstammten ihrerseits Theologenfamilien.[4] Eine Tante, Carolina Juliana Theresia geb. Wieck (* 29.09.1764 in Dommitzsch; † 29.01.1826 in Bischofswerda), war mit dem Bischofswerdaer Pfarrer Carl Friedrich Kunze (* 17.01.1751 in Bischheim Saale; † 08.04.1825 in Bischofswerda) verheiratet, in dessen Amtszeit Gottlob Friedrich Thormeyer die Christuskirche errichtete.[5]

Wieck war zweimal verheiratet.[6] 1816 heiratete er Mariane geb. Tromlitz, Enkelin eines Flötenvirtuosen und Wiecks Schülerin.[7] Seine Tochter aus erster Ehe, Clara, wurde eine berühmte Pianistin und war die Ehefrau von Robert Schumann. Die Eheschließung zwischen Clara und Robert hatte Wieck vergeblich versucht zu verhindern. Außerdem hatte er aus seiner ersten Ehe die beiden Söhne Alwin und Gustav. Maria Wieck war eine Tochter aus seiner zweiten, 1828 geschlossenen Ehe mit Klementine geb. Fechner.

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Frank Fiedler, Uwe Fiedler: Lebensbilder aus der Oberlausitz, Books on Demand, 2014
  2. Dirk Hempel: Literarische Vereine in Dresden. Kulturelle Praxis und politische Orientierung des Bürgertums im 19. Jahrhundert. Walter de Gruyter - Max Niemeyer Verlag, Berlin und New York, 2008
  3. Friedrich-Wieck-Straße auf dresdner-stadtteile.de
  4. Hermann Förster: Clara Schumanns hiesige Wurzeln. Torgauer Zeitung
  5. Eintrag zu Carolina Juliana Theresia Wieck bei ofb.genealogy.net
  6. Wiecks Kinder aus den beiden Ehen (Geschwister und Halbgeschwister von Clara Schumann)
  7. Julia M. Nauhaus: Mariane Wieck-Bargiel geb. Tromlitz (1797–1872), Mutter von Clara Schumann (Biografie auf dem Schumann-Portal)

[Bearbeiten] Weblinks

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