Ferdinand von Koppenfels (Beamter)

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Wappenbild der Familie von Koppenfels

Ferdinand von Koppenfels, anfangs auch Ferdinand Kobe von Koppenfels (* 15. Februar 1795 in Dresden; † 27. Dezember 1858 ebenda) war ein königlich-sächsischer Offizier und Beamter, zuletzt als Kassenverwalter der Salzverwaltung von Leipzig.

[Bearbeiten] Familie

Ferdinand von Koppenfels entstammte dem thüringisch-sächsischen Adelsgeschlecht von Koppenfels, auch Kobe von Koppenfels.[1] Ferdinand von Koppenfels war der Sohn des königlich-sächsischen Oberstleutnants Carl Heinrich von Koppenfels (* 25. Mai 1745 in Hildburghausen; † 3. September 1823 in Dresden) und dessen Ehefrau Christiane Luise Regina von Hanstein (* 2. Mai 1765 in Ershausen/ Eichsfeld; † 18. April 1818 in Dresden), Tochter des Hauptmannes Karl Adolf Ludwig von Hanstein auf Ershausen (17261777).

Ferdinands Großvater väterlicherseits war der Sohn des Hof- und Konsistorialrates sowie später Wirklichen Geheimen Rates Johann Sebastian Kobe von Koppenfels (* 15. August 1699 in Eisfeld; † 20. November 1765 in Hildburghausen) und dessen Ehefrau Polyxena Regina Will (* 22. November 1719 in Schweinfurt; † 12. Juni 1756 in Hildburghausen), Tochter des Juristen, Mainzer Hofrates und Schweinfurter Ratsherrn, Dr. jur. Georg Adam Will (16731720), Erb- und Gerichtsherr auf Breitenau sowie Konsulent der reichsfreien Ritterschaft in Franken. Ferdinands Großvater Johann Sebastian Kobe wurde vom deutschen Kaiser am 26. April 1754 in den Reichsadelstand erhoben, verschwieg aber die Standeserhöhung seiner Familie und nannte sich bis zu seinem Tod weiter nur Kobe. Erst im Nachlass fand man die Adelsurkunde.

Ferdinand von Koppenfels heiratete am 29. Oktober 1827 Marianne Emilie von Zeschau (* 31. Dezember 1791 in Zeitz; † 25. Mai 1853 in Leipzig), die Tochter des königlich-sächsischen Generalleutnants, Wirklichen Geheimen Rates, Staatssekretärs, Gouverneurs von Dresden sowie Generaladjudanten des sächsischen Königs, Heinrich Wilhelm von Zeschau (17601832) und dessen Ehefrau Karoline Juliane von Brause (17651811). Aus der glücklichen Ehe von Ferdinand und Marianne von Koppenfels entstammten zwei Söhne:

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Ferdinand von Koppenfels schlug anfangs eine militärische Laufbahn ein und wurde 1806 als Kadett im königlich-sächsischen Kadettenhaus aufgenommen. Nach seiner dortigen Ausbildung wurde er 1809, im Alter von 14 Jahren Fähnrich im Regiment Prinz Clemens, das wenig später während des Fünften Koalitionskrieges in das sächsische IX. Korps in die Armee Napoleons integriert wurde. Ferdinands Bruder schilderte in einem Brief an die Eltern, wie tapfer sich der 14-jährige Offiziersanwärter in der Schlacht bei Wagram am 5. und 6. Juli 1809 geschlagen hatte: Mitten im Kugelhagel habe er die Fahne seines Truppenteils an sich gerissen und gerufen: "Ein Hundsfott, der die Fahne im Stich lässt!" und diese wieder nach vorn in die Kampflinie geführt. Für diese Tat erhielt er die silberne königlich-sächsische Miliär-St.-Heinrichsmedaille.

1810, im Alter von nur 15 Jahren wurde von Koppenfels in den ersten Rang eines Leutnants, in den eines "Souslieutenants" ernannt. 1818 wurde er Premierlieutenant. Von 1821 bis 1823 war er Lehrer an der königlich-sächsischen Militärakademie in Dresden, 1827 Erzieher im sächsischen Kadettenkorps. 1829 wurde er zum königlich-sächsischen Capitaine (Hauptmann) befördert. 1834, nach 28 Jahren, quittierte von Koppenfels seinen Dienst in der sächsischen Armee und ging als Beamter im Amt eines Obergrenzkontrolleurs nach Zittau an die schlesisch-böhmische Grenze.

1840 wurde Ferdinand von Koppenfels nach Leipzig versetzt, wo er als zweiter Beamter und "prädicierter Rendant", d.h. als Kassenverwalter und Rentmeister der Leipziger Salz-Verwalterei unter der Leitung des Salzverwalters August Sigismund Opitz eingesetzt wurde.[2] Ihm zur Seite standen noch zwei sogenannte Salzschreiber (Ernst Wilhelm Geißler und Carl Gottlieb Goldberg), später noch ein zusätzlicher Expedient, Diener und Wächter (Wilhelm Eduard Lehmann). Die Salzverwaltung von Leipzig befand sich im Schloss Pleißenburg und wurde 1840 von drei auf vier, 1844 dann auf fünf Beamte aufgestockt. Von Koppenfels wohnte anfangs in Leipzig in der Kleinen Fleischergasse 15, 1845 in der Windmühlenstraße 33 im Haus 950.[3][4] Spätestens ab Ende 1851 wurde von Koppenfels als Beamter pensioniert, da ab 1852 Ernst Wilhelm Geißler vom ersten Salzschreiber zum Kontrolleur der Leipziger Salz-Verwalterei erhoben wurde und von Koppenfels im Leipziger Adressbuch in der Salzverwaltung nicht mehr aufgeführt ist.[5] Koppenfels zog daraufhin mit seiner Ehefrau in die Kreuzstraße 6 in Leipzig, wo 1853 auch seine Kinder Heinrich Ferdinand von Koppenfels und Heinrich Max von Koppenfels, beide als gelernte Juristen und Kreisamtsakzessoren verzeichnet sind.[6] Nach dem Tod seiner Ehefrau zog Ferdinand von Koppenfels in eine Wohnung an den Baierischen Platz 2b in Leipzig,[7] wo er bis 1857 wohnte.

Ebenfalls 1857 zog Ferdinand von Koppenfels wieder nach Dresden, wo mittlerweile auch sein gleichnamiger Sohn Ferdinand wohnte und als Jurist am königlich-sächsischen Bezirksgericht arbeitete. Ferdinand von Koppenfels ist 1858 als pensionierter königlich-sächsischer Hauptmann und Salzrendant in der Louisenstraße 37k im zweiten Obergeschoss verzeichnet.[8] Im gleichen Jahr, kurz vor seinem Tod zog von Koppenfels in die Kasernenstraße 25, wo er aber nur wenige Wochen oder Monate gewohnt haben muss. Aufgrund seines Ende Dezember 1858 erfolgten Todes ist er noch im Dresdner Adressbuch von 1859 verzeichnet.[9]

[Bearbeiten] Auszeichnungen (Auswahl)

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Johann Christian von Hellbach, Adels-Lexikon, Erster Band A-K, Ilmenau 1825, Verlag B.F. Voigt, Online-pdf auf Google Books, S. 687
  2. Leipziger Adress-Handbuch 1841, SLUB, S. 28
  3. Leipziger Adressbuch 1845, SLUB, S. 29
  4. Adressbuch Leipzig 1846, SLUB, S. 59
  5. Adressbich Leipzig 1852, SLUB, S. 31
  6. Adressbuch Leipzig 1853, SLUB, S. 88
  7. Adressbuch Leipzig 1854, SLUB, S. 91
  8. Adressbuch Dresden 1858, SLUB, S. 117
  9. Adressbuch Dresden 1859, SLUB, S. 112
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