Fürstenzug

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Der Fürstenzug
Künstlergruppe mit Hermann Nicolai (mit steifem Hut, unter der Fahne), Julius Hübner (mit dem Entwurf in der Hand) und Johannes Schilling (Bildmitte, etwas im Hintergrund stehend)
Worte am Ende des Fürstenzugs

Der Fürstenzug ist das größte Porzellangemälde der Welt. Es erstreckt sich auf über 100 Meter und befindet sich in der Augustusstraße an der Rückseite der Gewehrgalerie. Der Fürstenzug wurde in Vorbereitung der 800-Jahr-Feier des Fürstenhauses Wettin nach der Belehnung von Heinrich I. mit der Markgrafschaft Meißen im Jahre 1089 in Auftrag gegeben. Er gehört heute zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Dresdens.

Den Zug führt ein Schranze auf einem Pferd an, dahinter blasende Musiker. Es folgen die Wettiner, beginnend mit Konrad dem Großen, wie sie in die Burg ihrer Ahnen einziehen. Insgesamt sind 35 Markgrafen, Kurfürsten und Könige historisch getreu abgebildet. Den Abschluss bilden Soldaten aus dem Krieg 1870/71 sowie Vertreter aller Stände, Künstler wie Ernst Hähnel, Julius Hübner, Hermann Nicolai, Ludwig Richter und Johannes Schilling, Wissenschaftler, der Bibliothekar Ernst Wilhelm Förstemann, aber auch Handwerker, Bergleute und Bauern. Die harmonische, friedfertige Darstellung der Personen soll die große Eintracht von Fürsten und Volk symbolisieren.

[Bearbeiten] Geschichte

An der Außenwand des Stallhofs befand sich seit 1589 ein langer Reiterzug, der sich über zwei Gebäudeseiten bis in den Bereich des heutigen Johanneums erstreckte. Zacharias Wehme hatte ihn in Kalkfarben gestaltet. Nachdem das Bild schließlich nicht mehr zu erkennen war, wurde 1873 Wilhelm Walther mit einem neuen Monumentalgemälde beauftragt. Walther, der auf einen Entwurf seines Lehrers Julius Hübner zurückgreifen konnte, gestaltete es wiederum in Sgrafitto-Technik und stellte es bis 1876 fertig.

Weil sich das Gemälde in Sgrafitto-Technik als nicht wetterfest genug erwies, wurde es von 1904 bis 1907 durch bemalte Meißner Porzellanfliesen ersetzt. Insgesamt waren für die 957 Quadratmeter 24.000 Fliesen nötig. Für deren Herstellung wurde ein spezielles Verfahren entwickelt, um eine hohe Beständigkeit zu erzielen. Der verwendete Zementmörtel erwies sich als außerordentlich haftfähig. Selbst nach den Luftangriffen von 1945 löste sich trotz der großen Hitze keine einzige Fliese vom Untergrund. Der Fürstenzug wurde lediglich durch Bombensplitter beschädigt und stark verrußt. Aus Anlass des 30. Jahrestages der DDR 1979 erfolgte eine Rekonstruktion, bei der das Bild gründlich gereinigt und über 600 Fliesen ausgetauscht oder repariert wurden.

[Bearbeiten] Bildergalerie

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Weblinks

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