Erhard Donath

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Obstkelterei und Obstschänke der Familie Donath im Lockwitzgrund
Gesamtansicht der Kelterei und der Schänke am Anfang des 20. Jahrhunderts
Innenansicht der Obstschänke mit Jagdzimmer und Bauernstube

Erhard Donath (* 1902 in Laubegast; † 25. Februar 1956 in Dresden-Pillnitz) war ein Dresdner Unternehmer, der zusammen mit seinem älteren Bruder, Fritz Donath (19001989) die Donath's Obstkelterei in der zweiten Generation als technischer Leiter führte. Später ging aus der Donath's Kelterei die Kelterei Lockwitzgrund hervor.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Familie

Erhard Donath stammt ursprünglich aus einer nach Dresden eingewanderten Kunstdrechslerfamilie aus dem Erzgebirge. Sein Großvater, der spätere Kunstmaler und Fotograf, Christian Hermann Donath (18331909) ließ sich 1875 in Laubegast nieder und wurde zusammen mit dessen Bruder, Rinaldo Donath Mitinhaber des Ausflugslokals Donath's Neue Welt in Tolkewitz.

Erhard Donath wurde 1902 als zweiter Sohn von Emil Donath (18681945) geboren. Bereits zu dieser Zeit stellte sein Vater Fruchtsäfte und Obstweine in Laubegast, in der damals in der Österreicher Straße gelegenen Kelterei her. Erhard's Mutter war Pauline Amalie Belleville aus Pirna, die Tochter des vermögenden Zinngießer- und Zinnschneidermeisters Paul Belleville. Erhard hatte noch zwei Geschwister, wovon sein Bruder, Fritz Donath später kaufmännischer Leiter der Lockwitzer Obstkelterei wurde.

[Bearbeiten] Leben und Wirken

In den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts traten Erhard und sein Bruder Fritz in das elterliche Unternehmen ein. Zuerst als Mitarbeiter angestellt, wurden sie später beide Gesellschafter. Durch ihr Engagement wurde die Donath's Obstkelterei zu einer der bedeutendsten Fruchtsaftkeltereien in der damaligen Weimarer Republik. Süßmoste und Obstweine wurden nicht nur in verschiedene Regionen Deutschlands verschickt, sondern gingen in viele Länder Europas und sogar bis in die USA.

1930 gründete Erhard Donath den Verband der Deutschen Süßmostkeltereien, der Vorgänger des heutigen Verbandes der deutschen Fruchtsaftindustrie. Erhard lag vor allem die Lagerung der Säfte und Weine am Herzen und veranlasste 1933 den Bau des ersten Stollens unter dem Berg der sogenannten Sorbenwarte. Der Stollen wurde später, ab 1951 zu DDR-Zeiten noch zweimal erweitert.

Als Erhards Vater, Emil Donath 1935 in den Ruhestand ging, übernahm Erhard die technische Leitung der Obstkelterei im Lockwitzgrund, sein Bruder dagegen die kaufmännische Leitung. 1936 wurde der Apfelsaft der Familie Donath erstmals in einem Schnellzug der damaligen Deutschen Reichsbahn, in einem Mitropawagen auf der Strecke Dresden - Berlin versuchsweise verkauft. Bereits auf halber Strecke war der mitgeführte Bestand an Apfelflaschen ausverkauft. Danach wurde der Apfelsaft aus dem Lockwitzgrund in allen Speisewagen der Mitropa gelistet.

Der Nürnberger Zoo heilte mit Heidelbeersäften aus der Obstkelterei Donath sogar Menschenaffen von Darmerkrankungen. Das Sortiment wurde unter Erhard Donath um Fruchtsirup, Fruchtpunsch (Glühwein) sowie um Gemüse und Pflanzensäfte erweitert. Als die Lagerräume nicht ausreichten, wurde ein großes Lager in der ehemaligen und 1932 in den Konkurs geratenen Schokoladenfabrik von Conrad Max Rüger angemietet.

Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges im Jahr 1939 brachen die Exportverbindungen, vor allem nach Übersee und England weg. Trotzdem blieb Erhard Donath seinem Erfindergeist treu und entwickelte aus heimischen Wildfrüchten den Hagebuttendicksaft und das Ebereschenkonzentrat. Er gilt auch als Erfinder des "Apfelzellstoffpulvers", indem getrocknete und zermahlene Apfelreste gegen Durchfallerkrankungen eingesetzt wurden. Die Herstellung von Fruchtsäften und Vitaminen wurde als "kriegswichtig" eingestuft. Gleichzeitig wurde der Lagerstollen unter der Sorbenwarte als Bunker und Ausweich-Befehlsstand der sächsischen Gauleitung sowie ab April 1945 als öffentlicher Luftschutzkeller genutzt.[1]

Titel des Buches "Obstwein selbst gemacht!", Prof. Ehrhard Donath, VEB Fachbuchverlag Leipzig

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Familie Donath noch 1945 von der sowjetischen Besatzungsmacht als Kriegsverbrecher enteignet. Erhard Donath behielt zwar noch einen kleinen Anteil bis 1949, um den neuen Leitern des nun volkseigenen Betriebes das Know-how zu vermitteln. Deshalb firmierte auch noch nach dem Krieg die Firma einige Jahre weiter unter dem alten Namen, bis Erhard seinen Anteil am ehemaligen Familienbesitz auch abgeben musste.

Da Erhard Donath weiterhin als Fachmann gefragt war, wurde er 1950 Leiter für Forschung und Entwicklung der "Vereinigung Volkseigener Betriebe" (VVB) und begann ein Jahr später seine Tätigkeit in der Versuchs- und Forschungsanstalt in Pillnitz. Gleichzeitig wurde er als Professor mit Lehrauftrag an die Humboldt-Universität nach Berlin und an die Universität Leipzig berufen. Erhard Donath starb am 25. Februar 1956 an seinem Arbeitsplatz in Pillnitz.

[Bearbeiten] Veröffentlichungen (Auswahl)

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Stollenanlage alte Kelterei Lockwitz in Dresden auf www.schatzsucher.de

[Bearbeiten] Weblinks

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