Ekkehard I.

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Die Münze wurde vermutlich im Zusammenhang mit Ekkehards Thronkandidatur geprägt.
Exercitatio historica de Eccardo I. Misniae marchione Jenae Anno 1002 sepulto Respondente Johanne-Adolpho Nicolai

Ekkehard I. (* ca. 960; † 30. April 1002 in der Pfalz Pöhlde) war ab 985 Markgraf von Meißen.

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Ekkehard I. war ein Sohn des thüringischen Grafen Günther, dem Kaiser Otto I. nach Geros Tod einen Teil der thüringischen Mark übertragen hatte. Für seine treuen Dienste erhielt Ekkehard von Theophano, der Witwe des Kaisers Witwe, nicht nur die zwischenzeitlich eingezogene Mark seines Vaters zurück, sondern dazu auch nach Rikdags Tod die Mark Meißen. Zeitig ging er eine Allianz mit Bolesław I Chrobry ein. Dieser Verbindung diente eine Doppelhochzeit im Jahre 987 von Bolesław und Gunzelin, einem Bruder des Markgrafen, mit zwei Schwestern.[1]

Um tatsächlich in den Besitz Meißens zu gelangen, musste Ekkehard vorher Boleslav II. von Böhmen durch zwei Feldzüge besiegen, worauf er auch die Milzener unterwarf, an der Bekämpfung der Luitizen teilnahm und sogar Boleslavs gleichnamigen Sohn und Nachfolger in Lehensabhängigkeit brachte. Dem zuvor vertriebenen Meißner Bischof Volkold ermöglichte er die Rückkehr. Im Jahr 998 begleitete er Kaiser Otto III. auf dem Römerzug. Der Kaiser verwandelte der größten Teil der Reichslehen Ekkehards in erbliches Eigentum.

Mit der gestiegenen Macht galt Ekkehard nach Otto III. Tod als möglicher Nachfolger. Besonders Bolesław I Chrobry unterstützte ihn dabei. Dem stand jedoch eine persönliche Feindschaft mit Markgraf Lothar von der Nordmark im Wege. Dessen Sohn Wernher hatte er die schon verlobte Tochter Luitgarde verweigert und ihn zur Wiederherausgabe der aus dem Kloster Quedlinburg Entführten gezwungen. Auf einer Reise nach Duisburg wurde Ekkehard in der Nachtherberge zu Pöhlde erschlagen. Seine Leiche wurde aus dem Begräbnis zu Großjena bei Naumburg in das von ihm gegründete St. Georgskloster zu Naumburg überführt.

Um die Markgrafschaft entbrannte ein Streit, bei dem sich sein Bruder Gunzelin gegen Bolesław I Chrobry durchsetzte.

[Bearbeiten] Familie

Ekkehard I. war mit Suanhilde, einer Schwester des Sachsenherzogs Bernhard und Witwe des reichen Markgrafen Thietmar, verheiratet. Ihre Tochter Mathilde wurde durch ihre Vermählung mit Markgraf Dietrich von der Ostmark zur Stammmutter des wettinischen Hauses. Thimo von Wettin war ihr Sohn.

Mit dem mächtigen Polenfürsten Bolesław I Chrobry bestanden enge verwandtschaftliche Beziehungen. Seit 987 waren Bolesław (mit seiner 3. Ehe) und Ekkehards Bruder Gunzelin verschwägert. Ekkehards Sohn Hermann heiratete 1002 Bolesławs Tochter Reglindis. Eine Tochter Ekkehards I., Oda, heiratete nach dem Tod des Vaters am 3. Februar 1018 Bolesław I Chrobry (4. Ehe).[2]

1010 ging die Mark Meißen an Ekkehards Sohn Hermann und dann an dessen Bruder Ekkehard II. Ein weiterer Sohn, Eilward, wurde 1016 von Kaiser Heinrich II. zum Bischof von Meißen ernannt.

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Eintrag bei www.manfred-hiebl.de/genealogie-mittelalter
  2. Eintrag bei www.manfred-hiebl.de/genealogie-mittelalter

[Bearbeiten] Weblinks

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