Eduard Wilhelm Güntz

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Thonberg-Heilanstalt, Parkanlage mit Güntz-Gedenkstein

Dr. med. Eduard Wilhelm Güntz (* 1. April 1800 in Wurzen; † 2. März 1880 in Thonberg) war ein Wegbereiter der Psychatrie.

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Güntz besuchte das Lyzeum in Wittenberg und studierte an der Chirurgisch-medicinischen Akademie in Dresden sowie ab 1819 in Leipzig Medizin. Bis 1826 war er an der geburtshilflichen Klinik in Leipzig tätig, danach unternahm ausgedehnte wissenschaftliche Reisen. 1830 lehrte Güntz an der Leipziger Universität gerichtliche Entbindungskunst und Medicinische Geographie[1], bis 1850 war er Stadtbezirks- und Gerichtsarzt in Leipzig. In dieser Funktion bestätigte er 1841 Robert Schumann die Lähmung von zwei Fingern.[2]

1836 begründete Güntz auf dem Gelände der Landwirtschaftlichen Versuchsstation Möckern der Leipziger Societät eine Nervenheilanstalt, die er 1839 nach Thonberg verlegte. Güntz war seit 1858 Mitglied der Leopoldina in der Sektion Psychiatrie, Medizinische Psychologie und Neurologie.[3] Er gehörte zudem der Gesellschaft für Natur- und Heilkunde in Dresden an, referierte im Gewerbe-Verein [4] und war Mitglied der Gesellschaft deutscher Naturforscher und Ärzte.[5]

1863 übertrug Eduard Wilhelm Güntz die Thonberger Anstalt seinem Schwiegersohn Theobald Güntz. Seinen Lebensabend verbrachte er in Meißen. In Leipzig ist eine Straße nach ihm benannt.

[Bearbeiten] Familie

Eduard Wilhelm Güntz war ein Sohn des Geleitsmanns Justus Wilhelm Güntz. Der Aktuar Adolph Güntz und der Steuerbeamte Justus Maximilian Güntz waren Brüder[6] von Eduard Wilhelm Güntz, der bedeutende Stifter Justus Friedrich Güntz ein Cousin.

Eduard Wilhelm Güntz war mit Amalia Auguste geb. Müller verheiratet. Sie starb am 16. Mai 1855 in Thonberg. Ihre Tochter Thekla (1832–1916) war mit Theobald Güntz (1830–1902) verheiratet, einem Sohn ihres Onkels Justus Maximilian Güntz.

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Historische Vorlesungsverzeichnisse der Universität Leipzig
  2. Robert Schumanns Hand – war es wirklich eine fokale Dystonie?
  3. Eintrag im Mitgliederverzeichnis der Leopoldina
  4. Chronik des Gewerbevereins zu Dresden. Als Festschrift zur fünfzigjährigen Stiftungsfeier, Hoffmann Dresden, 1884
  5. Amtlicher Bericht über die Versammlung Deutscher Naturforscher und Ärzte, Band 45, 1872
  6. Haushofer, Heinz, "Güntz, Heinrich Edmund Max" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 279 f.

[Bearbeiten] Weblinks

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