DEFA-Studio für Trickfilme Dresden

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ehem. Gasthof „Reichsschmied“, Sitz des Trickfilmstudios
Das frühere Hauptgebäude beherbergt heute eine amerikanische Gaststätte und Bar.

Das VEB DEFA-Studio für Trickfilme Dresden wurde am 1. April 1955 gegründet und bestand bis zu seiner Abwicklung im Jahr 1992 als volkseigener Betrieb (zuletzt kurzzeitig auch als Gesellschaft mit beschränkter Haftung) an seinem Standort Kesselsdorfer Straße 208. Ein Betriebsteil Tonatelier befand sich in Dresden-Gittersee.

Das Trickfilmstudio befasste sich mit Animationsfilmen im weitesten Sinn und bot eine Heimstatt für sämtliche Gewerke, die für Zeichen-, Scherenschnitt- (Silhouetten-), Flachfiguren-, Puppentrick- und Handpuppenfilme notwendig waren.

Um die Hinterlassenschaften des Trickfilmstudios zu erschließen, archivieren, restaurieren und zu präsentieren, wurde 1993 das Deutsche Institut für Animationsfilm (DIAF) ins Leben gerufen.

[Bearbeiten] Gebäude

Das heute denkmalgeschützte Gasthofsgebäude an der Kesselsdorfer Straße beherbergte im Erdgeschoss die Ateliers für Silhouettentrick, in den Obergeschossen Verwaltungsbüros und im Keller die Kantine mit Küche, Essenausgabe und alten, schwarzen Kirchenbänken mit roten Kissen. Direkt hinter dem Gasthof wurde etwa 1966/67 ein Atelier-Neubau mit einem schwarz-weiß gestreiftem Fahrstuhlturm „angedockt“. Dahinter umschlossen drei Gebäude einen begrünten Hof: links die sogenannte Schnittbaracke, hinten die Zeichentrickbaracke und rechts, an der Rädestraße, das in den 1960er Jahren errichtete Heizhaus. Nordwestlich hinter die Zeichentrickbaracke wurde Mitte der 1980er Jahre noch ein zweistöckiger „Zeichentrick-Neubau“ (Plattenbau) gesetzt.[1]

Das Trickfilm-Tonstudio befand sich seit 1958 im ehemaligen Gitterseer Gasthaus „Friedenswacht“ an der Karlsruher Straße 83. Während der Saal als Tonatelier genutzt wurde, beherbergten die Räume im Erdgeschoss links des Eingangs die Schulspeisung der nahegelegenen 80. POS. Rechts des Eingangs befanden sich Verwaltungsräume des DEFA-Trickfilmstudios, Betriebsteil Tonatatelier.[2]

Von 1991 bis 2000 wurde das ehemalige „Reichsschmied“-Gebäude an der Kesselsdorfer Straße vom Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) und seiner Tochterfirma drefa genutzt. Im September 2013 wurden schließlich die beiden je 130 Kilogramm schweren Firmenschilder vom Turm abgebaut und in Leipzig eingelagert.[3]


[Bearbeiten] MitarbeiterInnen (Auswahl)

Ina Rarisch | Lieselotte Voretzsch-Linné | Kurt Weiler | Günter Rätz | Lothar Barke | Katja und Klaus Georgi | Bruno J. Böttge | Jörg Herrmann | Sieglinde Hamacher | Barbara Atanassow | ...

[Bearbeiten] Nach 1990

In den 1990er Jahren gründeten einige ehemalige DEFA-Mitarbeiter eigene Produktionsfirmen und setzen auf diese Art die Dresdner Animationsfilm-Tradition fort, beispielsweise:

[Bearbeiten] Quellen

  1. Fotos im DIAF, Informationen einer früheren Mitarbeiterin des Trickfilmstudios, 2.2.2015
  2. Fotos im DIAF, Informationen einer früheren Mitarbeiterin des Trickfilmstudios, 2.2.2015
  3. hh: Ein Stück Filmgeschichte. In: DNN 17.9.2013, S. 11

[Bearbeiten] Weblinks

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