Christian Gottfried Körner

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Christian Gottfried Körner (Porträt von Anton Graff)
Am Schillerhäuschen erinnert ein Denkmal an die Freundschaft von Körner und Schiller.
Körnerweg in der Nähe der Saloppe

Christian Gottfried Körner (* 2. Juli 1756 in Leipzig; † 13. Mai 1831 in Berlin) gehörte zu den wichtigsten Persönlichkeiten des geistigen Lebens im Dresden des frühen 19. Jahrhunderts. Er war mit Minna Körner verheiratet. Theodor Körner war ihr Sohn.

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Der Sohn eines Pastors an der Leipziger Thomaskirche besuchte vom 21. Juni 1769 bis zum 23. April 1772 die Landesschule zu Grimma als Externer. Er lebte während dieser Zeit im Hause des Konrektors Mücke. Körner studierte in Göttingen und Leipzig und entschied sich, nachdem er Vorlesungen aus allen Wissenschaften besucht hatte, für Jura als Hauptfach, obwohl er sich vorrangig für Philosophie interessierte. 1778 erlangte er die Magisterwürde. Nach Promotion und Habilitation begleitete er den Grafen Karl v. Schönburg zu Glauchau auf einer längeren Reise durch Holland, England, Frankreich und die Schweiz. 1781 wurde Körner in Leipzig als Konsistorialadvokat angestellt.

1783 kam Körner als Oberkonsistorialrat nach Dresden und arbeitete als Assessor bei der Kommerziendeputation. Nach dem Tod seiner Eltern vermögend geworden, heiratete Körner am 7. August 1785 Anna Maria Jacobine Stock, die jüngere Tochter des Kupferstechers Stock aus Nürnberg, bei dem Goethe die Kupferstechkunst erlernte hatte. Mit seiner Braut und deren Schwester und Schwager schwärmten sie schon lange für die neuesten Werke der wiedererwachenden deutschen Literatur. Sie hatten beschlossen, dem von ihnen bewunderten Friedrich Schiller durch Briefe und kleine Geschenke ein Zeichen ihrer Verehrung und Liebe zu übermitteln. Daraus ergab sich Ende Mai 1784 ein brieflicher Verkehr, der sich bald zu enger Freundschaft vertiefte.

Die Körners besaßen in Dresden zwei Häuser, am Kohlmarkt (später Körnerstraße 7) und am Wilhelmsplatz. Am Kohlmarkt kam Theodor Körner zur Welt. Später besaßen sie das Haus Moritzstraße 10. Zudem hatte Körner in Loschwitz einen Weinberg am Körnerweg, wo 1786 und 1787 Friedrich Schiller wohnte. Die Körners prägten das geistige Leben in Dresden. Zu ihrem literarischen Freundeskreis gehörten u. a. Theodor Winkler und Friedrich August Schulze, auch Friedrich Schlegel und Ludwig Tieck waren häufig zu Gast.[1] 1790 wurde Körner Appellationsrat und 1798 Geheimer Referendar im Geheimen Consilium. Zu dieser Zeit hatten die Körners ihre Wohnung auf dem Freyer Platz vor dem Japanischen Palais Nr. 79[2]. 1811 ging er an das Appellationsgericht zurück.

Körner, schon seit 1777 Mitglied der Freimaurer-Loge Minerva in Leipzig, schloss sich 1813 der Loge "Zu den drei Schwertern" in Dresden an, der er als Meister vom Stuhl bis 1815 vorstand.[3]

Weil sich Körner 1813 an der Ausrüstung Freiwilliger im Kampf gegen Napoleon, der mit Sachsen verbündet war, beteiligte, musste er nach der Schlacht von Lützen Dresden verlassen. Er zog sich einige Zeit nach Teplitz zurück, wurde, als nach der Einnahme von Dresden durch die Verbündeten das Generalgouvernement unter Nikolai Grigorjewitsch Repnin-Wolkonski die Verwaltung von Sachsen übernahm, 1814 Gouvernementsrat. Nach der Auflösung dieser Behörde, als Friedrich August der Gerechte mit den Preußen Frieden geschlossen hatte, ging er 1815 als Staatsrat in preußische Dienste und wurde 1817 Geheimer Oberregierungsrat. Körner wurde in Wöbbelin neben seinem Sohn Theodor begraben. Das Schillerhäuschen bewahrt einen Teil seines Nachlasses auf.

[Bearbeiten] Werke

Auf Schillers Anregung versuchte sich Körner auch als Schriftsteller. Einige kleine Aufsätze ästhetischen Inhalts erschienen in Schillers Zeitschriften, der Thalia und den Horen, und wurden 1808 mit einigen neuen Aufsätzen unter dem Titel „Aesthetische Ansichten“ bei Göschen herausgegeben. 1812 folgte ein Sammelband „Versuche über Gegenstände der inneren Staatsverwaltung und der politischen Rechenkunst“. Unter diesen Aufsätzen ist besonders „Ueber die Wahl der Maßregeln gegen den Mißbrauch der Preßfreiheit“ aus dem Jahre 1792 hervorhebenswert. Wichtiger als sein eigenes schriftstellerisches Schaffen war Körners Tätigkeit als Herausgeber, darunter einer Gesamtausgabe der Werke Schillers und der Ausgabe des poetischen Nachlasses seines Sohnes Theodor. Für beide Autoren fertigte er umfangreiche Biografien an.

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Dirk Hempel: Literarische Vereine in Dresden. Kulturelle Praxis und politische Orientierung des Bürgertums im 19. Jahrhundert. Walter de Gruyter - Max Niemeyer Verlag, Berlin und New York, 2008
  2. Dresden zur zweckmäßigen Kenntniß seiner Häuser und deren Bewohner 1797, S. 390
  3. Eintrag im Freimaurer-Wiki

[Bearbeiten] Weblinks

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