Christian Gerber

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Christian Gerber (* 27. Mai 1660 in Görnitz bei Borna; † 25. März 1731 in Lockwitz) war ein deutscher lutherischer Theologe und Schriftsteller sowie seit 1690 Pfarrer und Ortschronist von Lockwitz.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Familie

Christian Gerber entstammte aus einer evangelisch-lutherischen Pastorenfamilie.[1] Er wurde als Sohn des kursächsischen Pastors von Görnitz, Christian Martin Gerber (* 12. Dezember 1628 in Lichtenstein bei Hohenstein-Ernstthal; † 15. Februar 1700 in Görnitz) und dessen Ehefrau Maria Germanus (auch Maria Deutsch; * ca. 1635; † 4. Juli 1692 in Görnitz) geboren. Seine Eltern heirateten am 19. Sonntag nach Trinitatis, also am 23. Oktober 1656 in Lichtenstein. Sein Großvater, Johann Gerber (15951660) war Bürger und Fleischermeister in Lichtenstein.

Christian Gerber heiratete am 20. Januar 1681 in Dresden Sophie Elisabeth Graupitz (* 4. März 1660; † 12. Mai 1728 in Lockwitz), die Tochter des kursächsischen Rates und Vorstehers der Reichs-Pfennig-Amts-Buchhaltung, Balthasar Benjamin Graupitz (~ 5. Januar 1632 in Augustusburg; † 27. Dezember 1675 in Lindenau bei Liebenwerda), gleichzeitig Erbherr und Rittergutsbesitzer auf Strauch und Hirschfeld. Ihre Mutter war Sybille Pöllmann (* 16. Februar 1635 in Dresden, † 31. März 1677 in Hirschfeld), die Tochter des kurfürstlich-sächsischen Kanzleisekretärs Friedrich Pöllmann.

Das Paar hatte mehrere Kinder, u.a.:

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Christian Gerber wurde in Görnitz bei Borna von seinem Vater getauft. Nach dem Besuch der Dorfschule besuchte er von 1675 bis 1678 die Zeitzer Stiftsschule, das dortige Gymnasium. Einer seiner Lehrer war 1676 der spätere Geschichtswissenschaftler und Professor für Rhetorik und Geschichte an der Universität Halle, Christoph Cellarius (16381707), der seinerzeit bis 1688 die Stiftsschule in Zeitz leitete.

Nach dem Abschluss des Gymnasiums ging Gerber 1679 an die Universität nach Leipzig, wo er Theologie studierte. 1684 setzte er das Studium im damals noch sächsischen Wittenberg an der Elbe fort und erwarb auch dort seinen Magistertitel. Nach einem kurzen Aufenthalt in Dresden wurde er 1685 Pastor in Rothschönberg (heute Schönberg) bei Wilsdruff, dem Stammsitz der Adelsfamilie von Schönberg.

1690 folgte er dem Ruf des damaligen neuen Rittergutsbesitzers von Lockwitz und kurfürstlich-sächsischen Geheimen Rat, Gotthelf Friedrich von Schönberg (16311708) und wurde nach dem Tod von Johann Gottfried Lembach (16471690) Pfarrer in Lockwitz. Wenige Jahre später, ab 1699 ließ Schönberg die Lockwitzer Kirche im barocken Stil umbauen. Dabei wurde der östliche Kirchturm abgetragen und der westliche Schlosstrakt zu einem Kirchturm umgebaut. Bereits im August 1700 konnten zum ersten Mal die Glocken des neuen Kirchturms geläutet werden. Am Pfingstsonntag des Jahres 1703 hielt Ortspfarrer Christian Gerber den ersten Gottesdienst in der neuen Kirche.[2] In Lockwitz erwarb sich Gerber seinen Ruhm durch „verschiedene Schriften, die weit und breit bekannt wurden…“ [3]

Gerber war ein Vertreter der Frömmigkeit des lutherischen Theologen Philipp Jacob Spener (16351705), mit dem er auch korrespondierte.[4] Einen weiteren Briefwechsel hatte er mit den beiden Theologen August Hermann Francke (16631727) und Gotthilf August Francke (16961769), der in den Franckesche Stiftungen zu Halle (Saale) aufbewahrt wird.[5] Gerber starb am 25. Mai 1731 in Lockwitz, wo er auch am 27. Mai desgleichen Jahres begraben wurde.

1893 erschien von Franz Blanckmeister das Buch "Der Pfarrer von Lockwitz: Christian Gerber", in dem er das Lebensbild des Landpfarrers aus der Spenerschen Schule nachzeichnet und ihn als Erbauungsschriftsteller und Liederdichter würdigt.

[Bearbeiten] Werke

[Bearbeiten] Quellen

  1. Gerber auf pfarrerbuch.de
  2. Historie Ev.-Luth. Schlosskirchgemeinde Dresden-Lockwitz auf www.elydia.de
  3. Dr. Bamberg, Lockwitz: Magister Christian Gerber, Pastor in Lockwitz. Ein Lebensbild, Zum Gedächtnis an dessen Todestag, am 25. Mai 1731, 8 Seiten; in: „Über Berg- und Tal“ Organ des Gebirgsvereins für die Sächs. Schweiz, 1904.
  4. Christian Gerber in Siegfried Bräuers Wallfahrtsforschung als Defizit der reformationsgeschichtlichen Arbeit auf edoc.hu-berlin.de
  5. Briefe von Christian Gerber in den Franckeschen Stiftungen zu Halle (Saale)

[Bearbeiten] Weblinks

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