Carl Ludwig Theodor Graff

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Der Architekt und Designer Carl Ludwig Theodor Graff (* 4. Mai 1844 in Grabow/Mecklenburg; † 25. Februar 1906 in Leipzig) war ein langjähriger Direktor der Dresdner Kunstgewerbeschule und des Kunstgewerbemuseums.

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Grab auf dem Waldfriedhof Weißer Hirsch
Kopfleiste aus "In Luft und Sonne"

Der Sohn eines Kaufmanns erhielt den ersten Unterricht im Baufach in Schwerin bei seinem Onkel, Hofbaurat Georg Adolph Demmler, und bildete sich danach auf dem Polytechnikum in Hannover und der Bauakademie in Berlin weiter. Anschließend war er im Staatsdienst tätig und mit dem Bau bzw. der Renovierung Schweriner Kirchen beauftragt. 1870 ging er nach Wien, wo er anfangs von Eduard van der Nüll beim Bau des neuen Opernhauses, danach von Carl Hasenauer bei der Ausführung der Bauten für die Weltausstellung und von Gottfried Semper beim Bau des Kunsthistorischen Museums und des Naturhistorischen Museums beschäftigt wurde.

1874 wurde Graff nach Dresden berufen, wo er die Kunstgewerbeschule aufbaute und als Direktor leitete. Mit ihm zog die Renaissance im Dresdner Kunstgewerbe ein. Das Kunstgewerbemuseum, 1876 gegründet, sah er vorrangig als Einnahmequelle an.[1] 1879 stellte er Cornelius Gurlitt als Direktorialassistent ein. Im 1877 gegründeten Kunstgewerbeverein hatte Graff wie im gewerblichen Sachverständigenverein zur Wahrung von Urheberrechten den Vorsitz[2], dem Sächsischen Altertumsverein gehörte er als Mitglied an.

Graff schuf zahlreiche kunstgewerbliche Entwürfe, wobei er wie in seiner gesamten Tätigkeit die Kunstindustrie gegenüber dem Kunsthandwerk bevorzugte.[3],[4] In der Albrechtsburg stattete er den kleinen Bankettsaal aus, die Frauenkirche mit einem Taufstein.

Graff wohnte in der Franklinstraße 36, später in der Parkstraße 1 und besaß in Loschwitz in der Alexanderstraße 2 (1892 von ihm gebaut) eine Sommerwohnung.[5] Für seine Verdienste wurde er 1897 zum Geheimen Hofrat ernannt. Graff fand auf dem Waldfriedhof Weißer Hirsch die letzte Ruhe.

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Hildegard Vieregg: Vorgeschichte der Museumspädagogik: dargestellt an der Museumsentwicklung in den Städten Berlin, Dresden, München und Hamburg bis zum Beginn der Weimarer Republik. LIT Verlag Münster, 1991
  2. Adressbuch der Stadt Dresden, 1892
  3. Die Kunst. Bd. 24, Bruckmann München, 1911
  4. “Minerva” A. Lange & Söhne, Glashütte
  5. Adressbuch der Stadt Dresden, 1892, 1904

[Bearbeiten] Weblinks

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