Carl Gottlieb Reißiger

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Carl Gottlieb Reißiger

Carl Gottlieb Reißiger (* 31. Januar 1798 in Belzig (Brandenburg); † 7. November 1859 in Dresden) war ein Dirigent und Komponist. In Dresden wirkte er über 30 Jahre als Hofkapellmeister.

Reißiger besuchte ab 1811 die Thomasschule in Leipzig, wo er sich zunächst nur mit großen Einschränkungen der Musik widmen konnte. Johann Gottfried Schicht erkannte sein Talent und gab ihm Klavierunterricht. Es entstanden erste Kompositionen, seine vierstimmigen Motetten, meist aus den Jahren 1815 und 1816, wurden auch während der Vesper in der Thomaskirche von den Thomasschülern aufgeführt. Ab 1818 studierte Reißiger an der Universität Leipzig Theologie. Um seinen Unterhalt zu verdienen, erteilte er selbst Musikunterricht, sang in Gewandhauskonzerten und spielte Violine und Bratsche.

Ab 1820 gab ihm Schicht auch Kompositionsunterricht. Reißiger beendete sein Theologiestudium und ging 1821 nach Wien. Zu seinen Lehrern zählte hier - wie bei seinem Zeitgenossen Beethoven - Antonio Salieri. In Wien komponierte Reißiger seine erste Oper, das „Rockenweibchen“, die aber von der Zensur verboten wurde. 1822 ging er zu Salieris ehemaligem Schüler Peter von Winter nach München, 1823 nach Berlin und 1824 schließlich nach Holland, Frankreich und Italien, um seine Studien fortzusetzen. Im selben Jahr führte Carl Maria von Weber in Dresden erstmals die Oper „Dido“ auf.

Grabstätte auf dem Trinitatisfriedhof

1826 kam Reißiger nach Dresden, wo er zunächst als Musikdirektor an der Hofoper arbeitete. Im Zusammenwirken mit Theodor Hell entstand „Yelva“, ein Melodram in zwei Akten. 1827 berief ihn Friedrich August der Gerechte zum Nachfolger von Carl Maria von Weber als Hofkapellmeister. Zu diesem Anlass entstand „Missa Solemnis“. Reißiger trat das Amt 1828 an. Er hatte hier aber auch aufgrund seiner Jugend einen schweren Stand gegenüber Francesco Morlacchi von der Italienischen Oper. Einen Meilenstein stellte die romantische Oper „Die Felsenmühle von Estalières“ dar, die am 10. April 1831 uraufgeführt wurde und ein großer Erfolg war. Reißiger gehörte in Dresden mehreren literarischen Vereinen, so der Albina, dem Literarischen Museum und der Montagsgesellschaft, sowie der Loge Zu den drei Schwertern an.[1]

Von 1842 bis 1849 arbeitete er mit Richard Wagner als Hofkapellmeister zusammen, dessen Oper „Rienzi“ 1842 uraufgeführt wurde. 1851, nach Wagners erzwungener Flucht aus Dresden, wurde Reißiger erster Kapellmeister. Insgesamt umfasste sein Kompositionswerk neben vielen Liedern, neun Opern, ein Oratorium sowie lateinische und deutsche Messen.

Reißiger fand auf dem Trinitatisfriedhof die letzte Ruhe. Die Reißigerstraße ist nach ihm benannt.

[Bearbeiten] Quellen

  1. Dirk Hempel: Literarische Vereine in Dresden. Kulturelle Praxis und politische Orientierung des Bürgertums im 19. Jahrhundert. Walter de Gruyter - Max Niemeyer Verlag, Berlin und New York, 2008. (Inhaltsverzeichnis)

[Bearbeiten] Weblinks

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