Bruno Siegel

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Bruno Siegel (* 10. September 1890 - † 12. August 1949) war Klempner und Arbeiterfunktionär, saß in den 1920er Jahren als KPD-Abgeordneter im sächsischen Landtag und übernahm nach dem Zweiten Weltkrieg den Posten des sächsischen Staatssekretärs für Verkehrswesen.

Nach seiner Klempnerlehre durchwanderte Siegel auf Arbeitssuche große Teile Deutschlands. Als 18-Jähriger schloss er sich SPD und Gewerkschaft an. Während des Ersten Weltkrieges arbeitete er als Maschinist auf dem Panzerkreuzer "Goeben", wurde 1917 verwundet und beteiligte sich 1918/19 an der Novemberrevolution in Hamburg.

Nachdem Siegel nach Dresden gezogen war, beschäftigte ihn das Reichsbahnausbesserungswerk (RAW) in Friedrichstadt als Klempner. Siegel trat der KPD bei und enwickelte sich zu einem der führenden KPD-Funktionäre innerhalb der Deutschen Reichsbahn: Seine Kollegen wählten ihn zum Vorsitzenden des Betriebsrates, später wurde er Mitglied des Bezirks-Betriebsrates und Vorstandsmitglied des Deutschen Eisenbahnerverbandes. 1927 wurde er als KPD-Mitglied aus der Gewerkschaft ausgeschlossen und verlor damit auch seine Position als Betriebsratsvorsitzender.

Siegel gehörte der KPD-Bezirksleitung in Ostsachsen an und wurde 1926 in den Landtag gewählt. Dort arbeitete er als stellvertretender Fraktionsführer. Zwischen 1933 und 1935 war er in Dresdner Gefängnissen und in den Konzentrationslagern Colditz, Sachsenburg und Augustusburg inhaftiert. Nach der Entlassung war sein Gesundheitszustand völlig zerrüttet. 1939 wurde er abermals verhaftet und musste die Kriegsjahre im Konzentrationslager Buchenwald und dem Zuchthaus Waldheim verbringen. Nachdem Siegel im Mai 1945 nach Dresden zurückgekehrt war, beteiligte er sich am Wiederaufbau der Reichsbahn und an der Bildung freier Gewerkschaften. Ab Juli 1945 übernahm er die Position des Staatssekretärs für Verkehrswesen. Stark geschwächt durch seine vielen Haftjahre, verstarb Siegel am 12. August 1949 im Erholungsheim Coswig.[1]

Die Dresdner Liliengasse erhielt 1962 den Namen des Widerstandskämpfers und hieß bis 1991 so.[2]

Den Namen Bruno Siegels trugen in Sachsen außerdem das Berufliche Schulzentrum in Freiberg (27. September 1979 bis 1991/92)[3] und die Plauener Reichsbahn-Berufsschule.

[Bearbeiten] Quellen

  1. Museum für Geschichte der Stadt Dresden (Hrsg.): Biografische Notizen zu Dresdner Straßen und Plätzen, die an Persönlichkeiten aus der Arbeiterbewegung, dem antifaschistischen Widerstandskampf und dem sozialistischen Neuaufbau erinnern. Dresden 1976. S. 76/77.
  2. Information von Benutzer:KlausBrendler
  3. http://www.bsz-freiberg-turnerstr.de/schule/geschichte/
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