Bienert (Familie)

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Stammtafel der Müllerfamilie Bienert 15101912
Wappen der Familie Theodor Bienert

Die Familie Bienert (auch Bener, Biner, Binert, Büner, Bühner, Bünert) ist eine der ältesten Müllerfamilien Sachsens, die bereits Anfang des 14. Jahrhunderts nachweisbar ist.[1]. Der Familienname geht auf den traditionellen Nebenerwerb der Müllerfamilie, die Bienenzucht, zurück.

Erster Namensträger war Heinrich Bener, der 1360 Müller in Freitelsdorf war und in einer Urkunde von Markgraf Friedrich der Strenge als Henricus dictus Bener bei einer Schenkung der Kirche zu Nieder-Ebersbach bei Radeburg genannt wird. Die ununterbrochene Stammfolge beginnt mit Georg Biner (auch Georg Bienert, 15101585), der Müller in Leppersdorf bei Radeberg war.[2] Seine Söhne Zacharias Biner (15501629) und Hans Biener (15601619) setzten das Müllerhandwerk fort, sein mittlerer, gleichnamiger Sohn Georg Biner (15551620) wurde Bäcker in Dresden. Die Familie unterteilte sich ab dem Ende des 16. Jahrhunderts und Anfang des 17. Jahrhunderts in vier Hauptlinien, von denen die ersten drei Linien vor allem das Müller- und Landwirtgewerbe weiterverfolgten sowie die vierte Linie im Schuhmacher- und Leinwebergewerbe tätig war. Der Stammbaum splittete sich später in mehrere Äste und insgesamt 29 Zweige auf. Im Jahr 1915 lebten noch die Nachkommen folgender Äste und Zweige:

[Bearbeiten] Hauptlinie I Leppersdorf–Dresden-Plauen

Schmiedefelder Hauptast mit dem Stammvater und Müller Johannes Bienert (16911747) und daraus entstanden:

[Bearbeiten] Die Familie Bienert in Dresden

Bekanntester Vertreter der Müllerfamilie und der ersten Hauptlinie Leppersdorf–Dresden-Plauen war Gottlieb Traugott Bienert (18131894), der sich aus eigener Kraft aus einem armen Müllerburschen zu einem der reichsten Industriellen Dresdens im 19. Jahrhundert entwickeln konnte. Er war erst Pächter und später Besitzer der alten kurfürstlichen Hofmühle in Plauen, der späteren Bienertmühle. Neben seiner erfolgreichen Unternehmertätigkeit war er auch ein Förderer kultureller und sozialer Einrichtungen in Plauen und Dresden. Seine Söhne Theodor (18571935) und Erwin (18591930) setzten den Familienbetrieb in Dresden fort und bauten ihn mit der Hafenmühle in Friedrichstadt weiter aus. Auch sie taten sich als Stifter und Mäzen hervor und förderten vor allem die Dresdner Kunstszene. Ida Bienert (18701965), die Ehefrau von Erwin galt zu ihrer Zeit als eine der bedeutendsten Kunstsammlerinnen. Letzter Besitzer des Familienunternehmens war Traugotts Enkel Friedrich Bienert (18911969), der die Dresdner Mühle noch nach dem Zweiten Weltkrieg privat führte und mehrere Jahre mit Gret Palucca (19021993) sowie in zweiter Ehe mit Branka Musulin (19171975) verheiratet war.

[Bearbeiten] Hauptlinie II Leppersdorf–Kleinnaundorf–Rödern

[Bearbeiten] Hauptlinie III Leppersdorf–Seifersdorf–Friedersdorf

[Bearbeiten] Hauptlinie IV Leppersdorf–Grünberg–Großenhain

In alten Adressbüchern sind weitere Mühlenbesitzer der verschiendenen Linien und Zweige verzeichnet u. a.:

Als Guts- und Wirtschaftsbesitzer sind u. a. verzeichnet:

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Traugott Bienert in der Deutschen Fotothek
  2. Gottlieb Traugott Bienert in der Deutschen Biographie
  3. Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „Rödern (Ebersbach)”
  4. VIP's der Böhmischen Schweiz auf www.ceskesvycarsko.cz
  5. Landschaft und Flurdenkmäler in Nordböhmen auf www.luzicke-hory.cz
  6. Ing. František Bienert auf www.kct-uk.cz
  7. Adreß- und Geschäfts-Handbuch für den Bezirk der königlichen Amtshauptmannschaft Großenhain mit Stadt Radeburg 1898, Page 2 auf adressbuecher.genealogy.net
  8. Adressbuch des Bezirks der königlichen Amtshauptmannschaft Kamenz 1901, Page 166 auf adressbuecher.genealogy.net
  9. Adressbuch des Bezirks der königlichen Amtshauptmannschaft Kamenz 1901, Page 123 auf adressbuecher.genealogy.net
  10. Bienertmühle Radeburg im Mühlenarchiv Rapp in der Deutschen Fotothek
  11. Datensatz zu Friedrich August Bienert auf familytreemaker.genealogy.com
  12. Adreß- und Geschäfts-Handbuch für den Bezirk der königlichen Amtshauptmannschaft Großenhain mit Stadt Radeburg 1898, Page 72
  13. Adreß- und Geschäfts-Handbuch für den Bezirk der königlichen Amtshauptmannschaft Großenhain mit Stadt Radeburg 1898, Page 74
  14. Adressbuch des Bezirks der königlichen Amtshauptmannschaft Kamenz 1901, Page 130

[Bearbeiten] Quellen

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