Benedikt Hinckelmann

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Leichenpredigt auf Benedikt Hinckelmann, gehalten in der Dresdner Frauenkirche

Benedikt Hinckelmann, auch Benedict Hinckelmann (* 23. Februar 1588 in Geringswalde; † 17. April 1659 in Dresden) war ein deutscher Arzt, Chemiker und Apotheker, u.a. als fürstlich-braunschweigischer Leibarzt und kurfürstlich-sächsischer "Geheimer Chemiker", auch mit Titel eines kaiserlichen Bergrates.

[Bearbeiten] Familie

Benedikt Hinckelmann war der Sohn des Bürgers und Weißbäckermeisters zu Geringswalde, Abraham Hinckelmann sowie dessen Ehefrau Veronica geb. Man, Tochter des Benedict Man.

Benedikt Hinckelmann heiratete zu Michaelis 1609 in erster Ehe Ursula geb. Wildeck († 1633), die Tochter des zu dieser Zeit bereits verstorbenen Chemnitzer Apothekers Rochus Wildeck, die bei deren Bruder, dem kaiserlichen Geheimen Chemiker Christian Wildeck wohnte. Aus dieser ersten, 24 Jahre währenden Ehe entstammten vier Kinder, darunter ein Sohn, der bereits im Kindesalter in Tirol verstarb. Die drei Tochter, von denen die ältesten beiden bei der Beerdigung des Vaters ebenfalls bereits verstorben waren, waren:

Aus den Ehen dieser drei Töchter gingen bis zum Zeitpunt von Hinckelmanns Tod insgesamt 13 Kinder und 22 Enkel hervor.

1635 heiratete Benedikt Hinckelmann mit Anna Maria geb. Hoë von Hoënegg , der Tochter des kursächsischen Gerichtssekretärs Christian Hoë von Hoënegg aus altem österreichischen Adel,[1] seine zweite Ehefrau. Diese Ehe dauerte ebenfalls 24 Jahre. Mit ihr hatte er acht Kinder, davon zwei Söhne und sechs Töchter, u.a.:

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Benedikt Hinckelmann ging anfangs auf die Schule in Chemnitz, später nach Altenburg und zuletzt auf die St.-Thomas-Schule nach Leipzig. 1603, im Alter von 15 Jahren ging er nach Prag in das dortige "Chemische Laboratorium", wo er mehrere Jahre, bis 1612 blieb. Nach dem Tod des Kaisers Rudolph II. nahm Hinckelmann von Erzherzog von Österreich, Maximilian das Angebot an, bei ihm in Innsbruck als "Geheimer Chemiker" zu wirken. Diese Tätigkeit führte ihn in die Bergwerke in Ungarn und Siebenbürgen, als auch in das sächsische Meißen.

Am 9. April 1620 ging Hinckelmann an den sächsischen Hof nach Dresden, wo der Kurfürst Johann Georg I. ihn ebenfalls als Geheimer Chemiker im kurfrüstlichen Laboratorium anstellte. Dort übernahm er am Altmarkt auch die Apotheke an der Nordseite des Marktes von Zacharias Hertel, verkaufte diese allerdings wieder am 25. September 1623 an Jodokus Müller (d.Ä.).[2] In Dresden beschäftigte sich Hinckelmann auch mehr und mehr mit der Medizin sowie der Heilkraft von Naturkräutern. 1630 ging Hinckelmann nach Schöningen an den Hof der Herzogin von Braunschweig und Lüneburg, Anna Sophia, die ihn zu ihrem Leibmediziner bestellte.

Nach dem Tod des schwedischen Königs Gustav Adolph am 16. November 1632 in Lützen bei Leipzig, der in den Auseinandersetzungen des Dreißigjährigen Krieges im Kampf fiel, wurde Hinckelmann von der Königinwitwe beauftragt, den Leichnam ihres Mannes einzubalsamieren. 1633 begleitete Hinckelmann die Herzogin von Braunschweig wegen ihrer Krankheit an den Hof nach Stockholm.[3] 1643 wurde Hinckelmann bei einer Audienz beim Kaiser Ferdinand III. in Prag zum kaiserlichen Bergrat ernannt. Im Herbst 1657, als sich Hinckelmann zu einer Reise zur herzoglich-braunschweigischen Witwe zu Schöningen nach Berlin begab, erkrankte er schwer an einer Erkältung, an der er bis Herbst 1658 in der brandenburgischen Hauptstadt laborierte und somit erst ein Jahr später wieder nach Dresden, allerdings immer noch kränklich zurückkehrte.

Hinckelmann erkrankte nochmals 16 Wochen vor seinem Tod schwer und starb, ans Bett gefesselt, im 72. Lebensjahr 4 Uhr morgens am 17. April 1659. Er wurde eine Woche später, am 24. April in der Dresdner "Kirche zu unser Lieben Frauen" beigesetzt. Die Leichenpredigt sprach Magister Daniel Schneider. An den Trauerfeierlichkeiten nahmen neben seiner Witwe und seiner Tochter Ursula Veronika folgende Enkelinnen teil:

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. s.a. Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „Matthias Hoë von Hoënegg”
  2. 375 Jahre Markt, Vogelecke und Löwenapotheke Dresden, 1935, auf digisrv-1.biblio.etc.tu-bs.de
  3. Forschungen auf dem Gebiete der neueren Geschichte: Kurfürst Johann Georg, Karl August Müller, Dresden/ Leipzig 1838, Online-Volltextausgabe auf Google Books, S. 125
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