August III.

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König August III.

August III. (* 17. Oktober 1696 in Dresden; † 5. Oktober 1763 in Dresden), polnischer König und als Friedrich August II. Kurfürst von Sachsen, war der einzige eheliche Sohn von August dem Starken und Christiane Eberhardine. Seine Regentschaft von 1733 bis 1763 beschloss das Augusteische Zeitalter.

Kronjuwelen
Herrschaftsgebiet von August III.
Die Hofkirche im Bau von Canaletto gemalt

Obgleich unter Aufsicht seiner Mutter und seiner Großmutter Anna Sophie von Dänemark evangelisch erzogen, trat er doch am 27. November 1712 insgeheim zum Katholizismus über, wodurch die dauerhafte Abkehr der albertinischen Linie der Wettiner vom Protestantismus entschieden und ihr Anspruch auf den polnischen Thron untermauert wurde. Am 11. Oktober 1717 vollzog er seinen Übertritt in Wien öffentlich und am 20. August 1719 vermählte er sich mit Maria Josepha von Österreich.

Am 1. Februar 1733 folgte er seinem Vater als Kurfürst in Sachsen. Um auch dessen Nachfolge in Polen zu erlangen, erkaufte er die Unterstützung des Kaisers durch Anerkennung der Pragmatischen Sanktion, diejenige Russlands durch die Preisgabe Kurlands und Livlands. Mithilfe russischer Truppen wurde der kurz zuvor gewählte und von Frankreich unterstützte Stanislaus Leszczynski aus Warschau vertrieben. Es kam zum Polnischen Thronfolgekrieg. August wurde am 17. Januar 1734 gekrönt, der nach Danzig geflohene Leszczynski musste im Juli 1734 kapitulieren. Die Herrschaft Augusts wurde zwar im Juni 1736 auf dem Pacificationsreichstag allgemein anerkannt, er blieb jedoch ein König ohne Macht. Die Herrschaftsgebiete Sachsen und Polen waren territorial durch einen schmalen schlesischen Korridor bei Breslau getrennt, und in Schlesien regierte ab 1741 Preußen. Über Polen herrschte de facto Russland.

August überließ das Regieren dem Grafen Sulkowski, ab 1738 dem Grafen Heinrich von Brühl. Interesse und Verständnis zeigte er nur für die Kunst. Schon kurz nach seinem Machtantritt 1733 hatte er die dringend benötigten Mittel zur Verfügung gestellt, um mit der Kuppel die Frauenkirche im Sinne George Bährs fertigzustellen. 1739 begann in Augusts Auftrag der Bau der Katholischen Hofkirche, des einzigen Monumentalbaues seiner Regentschaft, mit dem gleichzeitig das Zeitalter des Dresdner Barocks vollendet wurde. Dafür verpflichtete er aber mit Gaetano Chiaveri einen auswärtigen Baumeister, auch, um den Streitereien der Dresdner Architekten aus dem Weg zu gehen. August brachte die italienische Oper um Johann Adolph Hasse und Faustina Hasse in Dresden zu hoher Blüte und erwarb kostbare Antiken, Porzellane und Gemälde. In den drei Jahrzehnten seiner Regentschaft wuchs der Bestand der Gemäldegalerie stark an. So kaufte er u. a. die Sixtinische Madonna. Unter August kamen bedeutende französische und italienische Hofmaler. Schon als Kronprinz hatte er maßgeblichen Anteil an der Verpflichtung von Louis de Silvestre, später holte er Canaletto, Charles Hutin und Giovanni Battista Casanova. Anton Raphael Mengs ermöglichte er eine Ausbildung in Italien.

Nachdem sich August im Österreichischen Erbfolgekrieg wie Spanien und Bayern zunächst gegen Maria Theresia als Thronfolgerin gestellt hatte, trat Sachsen jedoch 1744 zu Österreich über. Man kämpfte auch gegen Preußen, das sich 1742 im Frieden von Breslau Schlesien angeeignet hatte. Am 25. Dezember 1745 wurde in Dresden Frieden geschlossen, Schlesien blieb preußisch, Preußen und Sachsen verfeindet.

Die Misswirtschaft Brühls hatte Sachsen wirtschaftlich und militärisch erheblich geschwächt. 1756 flüchtete August während des Siebenjährigen Krieges vor Friedrich II. auf die Festung Königstein und ging nach der Kapitulation des sächsischen Heeres nach Warschau, wo er bis zum Hubertusburger Frieden blieb.

Von 15 Kindern überlebten ihn fünf Söhne und fünf Töchter. Sein Sohn Friedrich Christian folgte ihm in der Kur. August selbst fand in der Stiftergruft der Hofkirche die letzte Ruhe.

[Bearbeiten] Weitere Porträts

Der Kunsthistoriker Johann Joachim Winckelmann würdigte ihn als den eigentlichen Begründer der Kunststadt Dresden: "Es ist ein ewiges Denkmal der Größe dieses Monarchen, daß zur Bildung des guten Geschmackes die größten Schätze aus Italien, und was sonst Vollkommenes in der Malerei in anderen Ländern hervorgebracht worden war, vor den Augen aller Welt aufgestellt sind. Sein Eifer, die Künste zu verewigen, hat endlich nicht geruhet, bis wahrhafte untrügliche Werke griechischer Meister, und zwar vom ersten Range, dem Künstler zur Nachahmung sind gegeben worden. Die reinsten Quellen der Kunst sind geöffnet; glücklich ist, wer sie findet und schmecket. Diese Quellen suchen, heißt nach Athen reisen; und Dresden wird ein wahres Athen für Künstler."

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