Astulf Vollborn

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Astulf Rigdag Friedrich Vollborn (27. März 1825 in Freiberg; † 10. August 1894 in Dresden) war ein sächsischer Ingenieur, Königlich Sächsischer Offizier, zuletzt im Rang eines Generalmajors und Direktor des topographischen Büros im Generalstab der sächsischen Armee.

[Bearbeiten] Familie

Astulf Vollborn wurde am 27. März 1825 als Sohn des Königlich Sächsischen Offiziers Friedrich Vollborn geboren, der 1813 als Feldwebel im Regiment von Prinz Clemens kämpfte und aufgrund seiner Tapferkeit zum Offizier im Rang eines Sous-Lieutenants (Unterleutnant) ernannt wurde.[1] Sein Vater hatte seine Erinnerungen in den Napoleonischen Kriegen in den Büchern "Auszüge aus dem Tagebuch des Feldwebels Vollborn" sowie "Erlebtes während der Jahre 1808-1815 veröffentlicht.[2][3]

Astulf Rigdag Friedrich Vollborn heiratete am 16. Februar 1850 in der Thomaskirche in Leipzig Thekla Mothes (* 4. Januar 1826 in Leipzig; † 17. Dezember 1861 ebenda), die Tochter von August Ludwig Mothes (17941856) und Therese Karoline geb. Richter (18061869). Das Paar hatte fünf Kinder:

Astulf Vollborn heiratete am 12. November 1865 in Hamburg seine zweite Ehefrau Emilie Wilhelmine Jürgensen, gesch. von Pflugk (* 13. März 1832 in Hamburg; † 17. Februar 1905 in Dresden). Sie wurde zusammen mit ihrem Ehemann auf dem Inneren Neustädter Friedhof beerdigt.[6]

[Bearbeiten] Leben und Wirken

1850 war Astulf Vollborn Oberleutnant im 1. Königlich Sächsischen Jägerbataillon.[7] 1864 war er als sächsischer Offizier in Schleswig-Holstein stationiert, wo er bei einem Aufenthalt in Hamburg seine zweite Frau kennen lernte, die auch eine ausgezeichnete Stiefmutter seiner drei noch lebenden Kinder aus der ersten Ehe wurde. 1868 noch im Dienstrang eines Majors,[8] wohnte Astulf Vollborn in der Königstraße 8 in Dresden-Neustadt.[9]

Im gleichen Jahr wurde Vollborn noch zum Oberstleutnant befördert,[10] übernahm 1870 das Amt des Leiters des topographischen Büros des königlichen Generalstabes der sächsischen Armee. Diese Planstelle hatte er bis 1890 inne, ab 1874 im Rang eines Königlich Sächsischen Oberst.[11][12][13] Als solcher nahm Vollborn am 28. September 1874 auch an der vierten allgemeinen Konferenz der Europäischen Gradmessung in Dresden teil. Unter seiner Leitung entstand ab 1872 bis 1884 die Äquidistantenkarte des Königreiches Sachsen im Maßstab 1:25.000, erstmals im metrischen System und nicht im bis dahin üblichen Fuß-Maßstab.[14][15] Die Blattgröße von 10' Länge und 6' Breite ergab für Sachsen die Einteilung in 156 Blätter, auch Sektionen genannt.[16][17] Die Nummerierung der Blätter hat sich als sächsische Blattnummerierung bis heute erhalten. Grundlage für diese Karte bildeten im Wesentlichen die sächsischen Meilenblätter. Alle Unterlagen wurden jedoch durch Ergänzungsmessungen bzw. durch die Verwendung von Zusatzmaterial (Forstkarten, Flurkarten) aktualisiert.[18] Am Ende seiner Dienstzeit wurde Vollborn im Rang eines Generalmajors in den Ruhestand versetzt.

Astulf Vollborn wird in der Literatur als hünenhafter Offizier beschrieben, der Derbheit, jedoch auch Humor und Gutmütigkeit in sich vereinigte. Er wohnte zuletzt in Dresden-Neustadt in der Katharinenstraße 17 und wurde nach seinem Tod auf dem Inneren Neustädter Friedhof am Bischofsplatz beerdigt.

[Bearbeiten] Werke

[Bearbeiten] Auszeichnungen (Auswahl)

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Miszellen für die neueste Weltkunde, Volume 7, S. 448, Heinrich Zschokke, 1813 auf Google Books
  2. Die Sachsen und Napoleon: ein Stimmungsbild 1806-1813, Roman Töppel, Onlinevorschau auf Google Books
  3. Friedrich Vollborn, Erlebtes auf www.forum.napoleon-online.de
  4. Adreßbuch 1896 und Geschäftshandbuch für Trachau, Trachenberge, Mickten und Uebigau 1896, S. 17 auf adressbuecher.genealogy.net
  5. Nach anderen Quellen am 29. Juli geboren.
  6. Rudolf Mothes, Erinnerungen, Teil B auf www.quelle-optimal.de
  7. Bild des Monats März, in: Dresdner UniversitätsJournal, TU Dresden, März 2003 auf tu-dresden.de
  8. Astulf Vollborn auf www.zvdd.de
  9. Adreß- und Geschäftshandbuch der Königlichen Haupt- und Residenzstadt Dresden für das Jahr 1868, S. 303
  10. Astulf Vollborn auf www.zvdd.de
  11. Oberst Vollborn auf ebooks.gfz-potsdam.de
  12. Zur Geographie Der Politischen Grenze Mit Besonderer Berücksichtigung curvimetrischer Bestimmungen der sächsischen und schweizerischen Grenze, Clemens Förster, S. 42, Online auf Google Books
  13. Geschichte der Landesgeologie auf www.umwelt.sachsen.de
  14. Die sächsische Äquidistantenkarte auf www.post-mining.com
  15. Grundlagen der Kartographie, Teil 3, TU Dresden auf hydrologie2007.hy.funpic.de
  16. Geologische Spezialkarte des Königreiches Sachsen, Leipzig No. 11 auf museum.zib.de
  17. Geologische Spezialkarte des Königreiches Sachsen, Markranstädt No. 10 auf museum.zib.de
  18. Äquidistantenkarte des Königreiches Sachsen auf www.ioer.de
  19. Adressbuch Dresden 1894, SLUB Dresden, S. 775

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Weblinks

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