Arthur Wilhelm Nestler

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Anzeige im Dresdner Adressbuch von 1942

Arthur Wilhelm Nestler war ein Dresdner Buchhändler und Antifaschist, der über 100 Jahre alt wurde.

Nestler wurde am 10. September 1896 in Dresden geboren und übernahm 1928 mit 32 Jahren die Buchhandlung seines Vaters Wilhelm in der Bautzner Straße 27[1]. Seine erste Frau Elfriede Nestler arbeitete im Geschäft mit.

Vor 1933 wurden Elfriede und Arthur Mitglieder der Internationalen Arbeiter Hilfe. Nach der Machtübergabe an Hitler diente die Buchhandlung als Treffpunkt der KPD. Als 1933 die Polizei Verdacht schöpfte, bezeichnete Arthur Nestler seinen Laden zur Tarnung als "Militärbuchhandlung". In der Buchhandlung trafen sich u.a. die antifaschistischen AktivistInnen Heinz Aurich, Wolfgang Bergold, Elsa Frölich, Herbert Gute und Fritz Schulze. Ebenso diente die Buchhandlung zur Sammlung von Geldern zur Gefangenenunterstützung und zur Unterstützung antifaschistische Kräft im Spanischen Bürgerkrieg. [2]

Nach Kriegsende versammelte sich im Mai 1945 um den Buchhändler eine Gruppe Dresdner Bürger, "die eine demokratische Volkshochschule nach Weimarer Tradition neu gründen" wollte; der Buchladen in der Bautzner Straße 27 diente daraufhin auch als Geschäftsstelle der "Dresdner Volkshochschule 1945". Im Februar 1946 gründeten Arthur Nestler und Max Kiessig den Verein "Förderkreis der Dresdner Volkshochschule", um die neue Einrichtung v.a. materiell zu unterstützen. Zum Jahresende 1950 löste sich der Förderkreis wieder auf, weil er seine Aufgaben als erfüllt ansah.[3]

In den 1950er Jahren übernahm die Volksbuchhandlung Nestlers Geschäft in der Rothenburger Straße als "Dresdner Antiquariat". Nestler leitete seinen Buchladen bis zum 75. Lebensjahr.

Auch als Rentner beschäftigte er sich mit Literatur und Publizistik; aufgrund der sich verschlechternden Sehkraft las ihm seine Frau Christa aus Büchern und Zeitungen vor. Nestler zeigte sich besonders interessiert an der deutschen Öko-Bewegung.[4] Am 28. April 1997 verstarb der bibliophile Buchhändler[5].

[Bearbeiten] Quellen

  1. Adressbuch 1932
  2. Erinnerungsstätten der revolutionären Arbeiterbewegung im Bezirk Dresden, Heinrich Hempel & Heinz Tegge, Grafischer Großbetrieb Völkerfreundschaft, Dresden 1988
  3. Chronik der Volkshochschule Dresden e.V.
  4. sofern nicht anders angegeben: Sächsische Zeitung 10.9.1996
  5. Aus dem Antiquariat, Ausgaben 1-12 Verlag der Buchhändler-Vereinigung, 1997, S. 334
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