Andreas Petermann

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Andreas Petermann (* 1. April 1639 in Döbeln; † 6. Mai 1723 in Lockwitz) war ein Lockwitzer Schulmeister und Dorfschullehrer. Zu seinen Zeiten war die Dorfschule in einem Haus Am Plan, gegenüber des Lockwitzer Schlosses untergebracht.

Andreas Petermann war der Sohn von Tobias Petermann d.Ä., Diakon in Leuben bei Meißen. Sein Bruder Tobias Petermann d.J. wurde 1669 erst Kantor der Landschule zu Grimma und später Tertius, dann Konrektor und schließlich Rektor zu Pirna.[1] Andreas Petermann studierte Latein und Griechisch und wurde 1680, nach dem Tod von Gabriel Siderius, Schulmeister im Dorf Lockwitz. Die Chronisten schrieben seinerzeit über Petermann:

"Ein Mann, der sein perfekt Latein und Griechisch verstund, eine solide Erudition besaß und eher ein Rector auf einem großen Gymnasium hätte sein sollen, als ein Schulmeister auf einem Dorfe. Weil er aber mit der Demuth einen Bund gemachet, so blieb er mit dem größten Vergnügen im niedrigen Stand und wies, daß man auch da seinem Gott dienen müsse."[2]

Trotz seines niedrigen Amtes und aufgrund seiner guten Bildung stand Petermann in Briefkontakt mit dem kurfürstlichen Oberhofprediger zu Dresden, Philipp Jacob Spener (16351705) [3], als dieser in der Zeit von 1686 bis 1691 eines der angesehensten Ämter im damaligen deutschen Luthertum ausübte.

Das Amt des Dorfschulmeisters zu Lockwitz hatte Andreas Petermann über 25 Jahre inne, bis er sich zur Ruhe setzte und die Nachfolge an seinen Sohn, Gotthelff Petermann (16821720) übergab, der anfangs sein Substitut gewesen war. Petermann erlebte noch den Umbau der Schule im Jahr 1713. Dieser wurde durch den Maurermeister Christian Sültze (* 1666) geleitet.

Im Buch „Altes und Neues von Lockwitz und Nickern“ von Christian Gottlob Gerber (16861764) ist eine lateinische Epistel von Andreas Petermann abgedruckt.

[Bearbeiten] Quellen

  1. Fortsetzung und Ergänzungen zu Christian Gottlieb Jöchers allgemeinen Gelehrten-Lexiko, Heinrich Wilhelm Rotermund, 5. Band, Bremen 1816, Bibliotheca Regia Monacensis, Online pdf
  2. Geschichte des deutschen Volkschullehrerstandes, Konrad Eischer, 1. Band, Hannover 1892, Stanford University Libaries, Online pdf, S. 177
  3. "Geistreicher Gottes Gelahrten Sammlung und Lebens-Beschreibung oder Geschichte und Exempel, handelnd von berühmten Theologis...", Leipzig 1744, Conventis Monacensis, Bayer. Staatsbibliothek, Online pdf, S. 330
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