Alexander von Ragewitz

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Alexander von Ragewitz (* 10. Juli 1567 in Dresden; † 10. Juni 1629 ebenda) war ein sächsischer Beamter als Amtshauptmann von Chemnitz und Lichtenwalde sowie kurfürstlich-sächsischer Hofbeamter, u. a. als Hausmarschall, später als Küchenmeister am Hofe des sächsischen Kurfürsten Johann Georg I.. Mit ihm starb das Geschlecht derer von Ragewitz im Mannesstamme aus.

[Bearbeiten] Familie

Alexander von Ragewitz entstammte der ehemaligen Adelsfamilie von Ragewitz (von Ragwitz) mit deren Stammsitz in Ragewitz bei Meißen. Das Geschlecht derer von Ragewitz entstammte einer aus Meißen stammenden vornehmen Familie. Ein weiterer Verwandter war Balthasar von Ragewitz der 1542 als Gesandter im Rang eines herzoglich-sächsischen Rates in vielen Amtsgeschäften wirkte und als letzter Domdechent zu Freiberg starb. Von Ragewitz' Großvater war der Erb-, Lehn- und Gerichtsherr von Stösitz, Wiesand von Ragewitz, Sohn des Kunz von Ragewitz.

Alexander von Ragewitz war der Sohn des kurfürstlich-sächsischen Rates sowie Erb, Lehn- und Gerichtsherrn auf Borna bei Oschatz und Stösitz, Christoph von Ragewitz (* um 1500; † 13. Juli 1575 in Dresden) und dessen Ehefrau Margareta (Martha) geb. Goldacker aus dem Hause Obhofen in Thüringen (* 1552; † 13. Juni 1588 in Dresden). Von Ragewitz hatte noch zwei Brüder:

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Alexander von Ragewitz war wie seine Brüder beim Tod seines Vaters noch nicht volljährig, so dass die Rittergüter seines Vaters zuerst von einem Verwalter geführt wurden. 1586 erhielten dann die Brüder Hans Christoph, Andreas und Alexander von Ragewitz gemeinschaftlich das Rittergut Borna bei Oschatz, verkauften es aber bereits 1592 an die Adelsfamilie von Bünau.[1]

Das Rittergut Stösitz, das bereits seit 1399 im Eigentum der Familie von Ragewitz befand, bleib bei Alexanders Bruder Hanns Christoph von Ragewitz im Besitz. Nach dem Tod seines Bruders kaufte Alexander von Ragewitz das Rittergut, auf dem beträchtliche Schulden lagen, am 11. November 1608. 1619 musste er es aber an den sächsischen Kurfürsten Johann Georg I. verkaufen, als er selbst Konkurs anmelden musste.[2]

Nach der 1606 erfolgten Beförderung des kursächsischen Kammer- und Bergrates sowie Oberhofmarschalls Sigmund vom Berbisdorf (15601616)[3] von Hausmarschall zum Hofmarschall, später sogar zum Oberhofmarschall, wurde von Ragewitz im gleichen Jahr Hausmarschall am kurfürstlichen Hof in Dresden. Während der Hausmarschall eher administrative Aufgaben am Hof hatte, übernahm der Hofmarschall die zeremoniell-repräsentativen Aufgaben. In diesem Hofamt blieb von Ragewitz bis zu seinem Rücktritt im Jahr 1623.[4]

1619 übernahm von Ragewitz außerdem von seinem Amtsvorgänger Peter Ernst von Zschirren das Hofamt des Oberküchenmeisters am Dresdner Hof. Dieses Amt behielt er bis zu seinem Tod. Erst 1630 wurde vom Kurfürsten mit Friedrich Heinrich von Reibold, der auch kursächsischer Oberschenk war, ein Nachfolger gefunden.[5]

Alexander von Ragewitz führte mehrere, langjährige Prozesse. So ging der Erbstreit mit Hans von Rauschendorf zu Spremberg um das halbe Lehngut Spremberg insgesamt 17 Jahre ab 1616 bis nach seinen Tod und wurde erst 1633 beendet. Der Prozess um die Schuldforderung mit von Ragewitz als Kläger gegen Dittrich Hoeten und Erben aus Köln ging von 1621 bis 1624. Fast zeitgleich führte er einen weiteren Prozess wegen den Kaufgeldern des Rittergutes Spremberg gegen Adam von Rodewitz zu Spremberg von 1623 bis 1626, einen weiteren in derselben Sache von 1624 bis 1625.[6]

Von Ragewitz wurde im Familiengrab auf dem alten Kirchhof der Kirche zu unser Lieben Frauen, der heutigen Frauenkirche beerdigt. Die Inschrift ihrer Epitaphe wurden vom Kirchner der Frauenkirche, Johann Gottfried Michaelis in einem Buch mit den Inschriften anderer Epitaphe 1717 dokumentiert.

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Rittergut Borna bei Oschatz, Ausführliche Einleitung im Hauptstaatsarchiv Sachsen
  2. Gustav Adolf Poenicke: Album der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen II. Section/Supplement, Wikisource
  3. Die deutschsprachige Wikipedia zum Thema „Berbisdorf (Adelsgeschlecht)”
  4. Ute Essegern: Fürstinnen am kursächsischen Hof: Lebenskonzepte und Lebensläufe zwischen Familie, Hof und Politik in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, Leipziger Universitätsverlag GmbH 2007, Leseprobe auf Google Books, S. , ISBN 978-3-386583-074-6
  5. Karl August Müller: Forschungen auf dem Gebiete der neueren Geschichte, Band 1, Dresden und Leipzig 1838, Digitalisat auf Google Books, S. 236
  6. Appellationsgericht, Verzeichnis der Prozesse von 1547 bis 1835 im Hauptstaatsarchiv Sachsen
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