Albert Freiherr von Fritsch

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Wappen der Freiherren von Fritsch
Familiengrab von Albert Freiherr von Fritsch auf dem Trinitatisfriedhof in Dresden

Albert Bernhard Friedrich Freiherr von Fritsch (* 25. Mai 1808 in Weimar; † 17. Juni 1882 in Bad Ems) war ein königlich-sächsischer Offizier, zuletzt im Rang eines Generalleutnants. Er war zuletzt Kommandeur der sächsischen Kavallerie sowie zeitweise Gouverneur von Dresden.

[Bearbeiten] Familie

Albert Freiherr von Fritsch entstammte der zum sächsischen Briefadel gehörenden Familie Fritsch. Fritsch' Urgroßvater, der kaiserliche Reichs-Hofrat Thomas von Fritsch (17001775) wurde am 3. Juni 1742 in Frankfurt am Main in den Reichsfreiherrenstand erhoben. Er hatte als königlich-polnischer und kursächsischer Regierungsrat, Direktor des Münzkabinetts zu Dresden und Rittergutsbesitzer von Seerhausen, Zschochau und Mautitz bereits am 3. März 1730 den Reichsadelsstand erhalten. Die gräfliche Linie des Großonkels von Albert, Karl Abraham Graf von Fritsch (17341812) erlosch bereits 1827 mit Gustav Graf von Fritsch. Damit fielen die Rittergüter Zschochau und Mautitz wieder an die ältere, freiherrliche Linie.

Albert von Fritsch war der Sohn des großherzoglich-Sachsen-Weimarischen Wirklichen Geheimen Rats, Staatsministers und Ordenskanzlers, Karl Wilhelm Freiherr von Fritsch (* 16. Juli 1769 in Weimar; † 16. Oktober 1850 ebenda) und dessen Ehefrau Henriette geb. Freiin Wolfskehl von Reichenberg (* 1. Mai 1776, Tochter des Karl Johann Freiherrn Wolfskehl von Reichenberg und dessen Ehefrau Dorothea von Schellhas. Alberts Großeltern väterlicherseits waren der herzoglich-Sachsen-Weimarische Geheime Rat Jacob Friedrich Freiherr von Fritsch (17311814), Herr auf Seerhausen sowie dessen Ehefrau Johanna Sophia geb. von Häseler zu Kloster-Häseler (17481836), Tochter des August von Häseler zu Kloster-Häseler und dessen Ehefrau Johanna geb. von Cramer.

Albert hatte noch zwei Brüder:

Der spätere Generaloberst und Oberbefehlshaber des Heeres Werner Freiherr von Fritsch (18801939) war einer seiner Großneffen, der Geologe Karl von Fritsch (18381906) einer seiner Neffen.

Albert Freiherr von Fritsch war in erster Ehe mit Edmonde von Tettau (* 1. Mai 1811 in Dresden; † 11. Januar 1834) verheiratet. Die Ehe blieb kinderlos. In zweiter Ehe heiratete er am 25. Oktober 1838 Lucy verw. Leicester geb. Barton (* 24. Juli 1811 in Mount St. John, England; † 18. November 1895 in Blasewitz bei Dresden). Mit seiner zweiten Ehefrau hatte er zwei Kinder:

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Von Fritsch schlug nach seiner Schulbildung eine militärische Laufbahn, vor allem in der Dresdner Garnison ein. Er ist erstmals 1836 im Dresdner Adress-Kalender im Rang eines Oberleutnants in der Reitbahngasse in der dortigen Kaserne in der Dresdner Neustadt verzeichnet.[2] 1838, nach seiner Hochzeit zog er mit seiner zweiten Ehefrau in eine Wohnung am Neustädter Markt in das Haus 532.[3] 1839 wurde er bei der sächsischen Reitergarde zum Adjutanten ernannt.[4] 1842, nach der Geburt seines ersten Kindes, zog er mit seiner Familie in eine Wohnung in der Wasserstraße 1 in die Dresdner Altstadt,[5] wo er aber nur bis 1843 wohnte.

1849 diente von Fritsch im Rang eines Rittmeisters (Hauptmann) bei der königlichen Reite-Garde Sachsens. 1854 wurde er dort zum Major befördert. Ab 1856 wohnte er für etwa ein Jahr in der Villa des Architekten Süß in der Glacisstraße 15b in einer geräumigen Wohnung im Erd- und im ersten Obergeschoss.[6] Noch im gleichen Jahr wurde von Fritsch zum Oberstleutnant befördert, zum Flügeladjutanten des sächsischen Königs Johann ernannt und zog in die Waisenhausstraße 33,[7] wo er bis 1860 wohnte.

1863 kehrte von Fritsch - mittlerweile in den Rang eines Generalmajors ernannt - nach Dresden zurück, zog in die Lange Straße 24 und übernahm als Divisionskommandeur die sächsische Reiterei.[8] 1865 wurde er mit der Funktion als Gouverneur von Dresden beauftragt.[9] 1866 - wieder als Kommandeur der sächsischen Reiterei - wurde er zum Generalleutnant befördert. Damit durften er und seine Ehefrau den Ehrentitel "Exzellenz" tragen.[10]

1867, in seinem 60. Lebensjahr wurde von Fritsch in den vorläufigen Ruhestand entlassen. 1872 zog er in die Lüttichaustraße 20,[11] 1874 in die Lessingstraße 5,[12] 1879 an den Georgplatz 1,[13] wo er bis zu seinem Tod wohnte.[14] Von Fritsch war Erb-, Lehn- und Gerichtsherr des Rittergutes Zschochau. Er wurde, zusammen mit seiner zweiten Ehefrau, die zuletzt in Blasewitz lebte, im Familiengrab auf dem Trinitatisfriedhof in Dresden beerdigt. Das Grab ist erhalten.

[Bearbeiten] Auszeichnungen (Auswahl)

  • Offizierskreuz des königlich-portugiesischen Thurm- und Schwertordens
  • Herzoglich-Sachsen-Coburg-Gothaische Ehrenmedaille
  • Kommandeurskreuz 2. Klasse des großherzoglich-Sachsen-Weimarischen Hausordens vom Weißen Falken
  • Komturkreuz 1. Klasse des königlich-sächsischen Verdienstordens mit Kriegsdekoration
  • Ritterkreuz 1. Klasse des kaiserlich-österreichischen Ordens der Eisernen Krone mit Kriegsdekoration
  • Herzoglich-Sachsen-Coburg-Gothaisches Erinnerungszeichen an Eckernförde

[Bearbeiten] Quellen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Adressbuch Dresden 1878, SLUB, S. 121
  2. Dresdner Adress-Kalender 1836, SLUB, S. 72
  3. Dresdner Adress-Kalender 1839, SLUB, S. 71
  4. Dresdner Adress-Handbuch, SLUB, S. 71
  5. Dresdner Adress-Handbuch 1843, SLUB, S. 76
  6. Häuserbuch Dresden 1857, SLUB, S. 311
  7. Adressbuch Dresden 1858, SLUB, S. 64
  8. Adressbuch Dresden 1864, SLUB, S. 87
  9. Adressbuch Dresden 1866, SLUB, S. 89
  10. Adressbuch Dresden 1867, SLUB, S. 91
  11. Adressbuch Dresden 1873, SLUB, S. 99
  12. Adressbuch Dresden 1875, SLUB, S. 106
  13. Adressbuch Dresden 1880, SLUB, S. 124
  14. Adressbuch Dresden 1882, SLUB, S. 122
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